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Celle Stadt Hauptwache kostet 12,66 Millionen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Hauptwache kostet 12,66 Millionen
14:54 26.07.2011
Von Michael Ende
Vertragsunterzeichnung PPP-Feuerwehrhauptwache Quelle: Peter Müller
Celle Stadt

CELLE. Den Vorwurf der „Unabhängigen“, bei der Vergabe des Neubaus der neuen Feuerwehr-Hauptwache in öffentlich-privater Partnerschaft (ÖPP) sei in geheimen, von „Lobbyisten“ beeinflussten Zirkeln hinter verschlossenen Türen mit „gefälschten“ Zahlen hantiert worden, will Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) auf dem Rat und sich nicht sitzen lassen. Diesen Kritikern wolle man „den Wind aus den Segeln nehmen“, sagte Mende gestern, als er mit Andreas Iding, Prokurist der Bielefelder Firma Goldbeck Public Partner GmbH, den Vertrag über Bau und Betrieb des Objekts unterzeichnete: „Wir werden die Verträge im Internet veröffentlichen, um größtmögliche Transparenz zu erzielen.“

Zum ersten Mal durfte Mende gestern öffentlich konkrete Zahlen nennen: Während ein konventionell erstellter Bau mit 16,5 Millionen Euro veranschlagt worden sei, lande man mit der ÖPP-Variante bei 12,66 Millionen Euro. 20 Jahre lang werde die Stadt an Goldbeck pro Quartal 220.000 Euro zahlen. Darin seien auch Kosten für Instandhaltung und Service enthalten. Mende: „In 20 Jahren beläuft sich unsere Finanzierung somit auf 17,6 Millionen Euro - damit liegen wir immer noch unter den Kosten, die in diesem Zeitraum konventionell entstanden wären.“ Der Service-Vertrag laufe 25 Jahre lang.

Vorteilhaft sei, dass man beim ÖPP-Paket wisse, woran man sei, so Mende: „Wir wissen, dass das Gebäude am 15. Nevember 2012 für uns zur Verfügung stehen wird - das kann man bei öffentlichen Bauvorhaben nicht immer sagen.“ Sämtliche Risiken trage Goldbeck.

Eines sei noch nicht geklärt, so Mende: „Bis zum 15. August werden wir noch prüfen, ob man eine Geothermie-Heizung in das Gebäude einplanen kann.“ Mit derlei Anlagen habe Goldbeck Erfahrung - außerdem könne sie als „Aushängeschild“ des Erdwärme-Kompetenzzentrums Celle dienen. „Wir realisieren gerade in Duisburg ein Projekt mit Geothermie. Wir sind also gerüstet, das auch in Celle zu tun, wo man sich dieses Thema auf die Fahnen geschrieben hat“, bestätigte Iding.

Er freue sich auf eine „Partnerschaft in Augenhöhe - und das auf lange Zeit“, sagte der Goldbeck-Prokurist: „Auch uns ist die in Celle über das übliche Maß hinausgehende Transparenz wichtig.“ Im Oktober würden die Bauarbeiten auf dem Saarfeld beginnen, so Iding, der sich zuversichtlich zeigte, den Zeitplan einhalten zu können: Man habe bisher alle ÖPP-Projekte mit „Punktlandungen“ beendet - sowohl in zeitlicher als auch finanzieller Hinsicht.

Wie kann ein Unternehmen wie Goldbeck, das Geld verdienen will, preiswerter bauen als die öffentliche Hand? Auf diese oft gestellte Frage antwortete Iding, dass man nicht vergessen dürfe, dass die Kommunen ja auch bei konventionellen Vorhaben mit an Gewinn orientierten Unternehmen zusammenarbeiten müssten: „Ein Unterschied ist, dass wir pro Jahr drei bis vier Projekte dieser Art durchziehen und Kommunen vielleicht nur ein Projekt alle vier Jahre. Wir haben Erfahrung und können Abläufe schneller und besser koordinieren.“

Dadurch, dass etwa die neue Hauptwache 25 Jahre lang aus einer Hand und nicht von vielen Unternehmen betreut würde, spare man Geld, so Iding: „Alles andere ist unglaublich kostenintensiv.“