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Celle Stadt Heimatshoppen lockt Kunden in die City
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Heimatshoppen lockt Kunden in die City
19:12 09.09.2018
Einkaufen in den Geschäften der Celler Altstadt: Die Initiative "Heimatshoppen" setzt sich dafür ein, dass dieses auch in Zukunft möglich sein wird. Quelle: Anke Schlicht
Celle

Wer den Aufkleber „Heimatshoppen“ am Wochenende auf jedem Celler Geschäft in der City erwartet, irrt. Zahlreiche Läden sind bei der zum zweiten Mal stattfindenden Aktion zur Förderung des Einkaufens vor Ort nicht dabei. „Das bringt mir keinen einzigen Kunden mehr“, lautet die Begründung der Besitzerin euines Bekleidungsgeschäftes. Damit vertritt sie die gegenteilige Meinung zu ihrer Nachbarin Marieta Ungruh, die ebenfalls eine Boutique betreibt: „Das Event soll die Leute zum Nachdenken anregen“, sagt sie.

„Wie würde es sein, wenn es in den Innenstädten keine Läden mehr gäbe“, entwirft die Geschäftsfrau eine Vision, der das von den Industrie- und Handelskammern überregional ins Leben gerufene „Heimatshoppen“ entgegenwirken soll. „Das kann ich mir nicht vorstellen“, weist Heinz Bätje den Gedanken an eine unbelebte Innenstadt weit von sich. Sie ist für ihn und seine Frau ein Stück Lebensqualität. „Wir gehen regelmäßig in die Altstadt zum Einkaufen, Bummeln und Leute treffen. Online-Handel brauchen wir nicht“, sagt der ältere Herr. Überraschend viele der jüngeren Passanten geben ähnliche Antworten, auch für sie ist die City ein hohes Gut: „Ich kenne das von Kind auf an. Die Kulisse zum Einkaufen ist in Celle toll, im Internet habe ich doch so etwas gar nicht“, argumentiert der Jurastudent Moritz Taubenheim gegen den Online-Handel.

70 Geschäfte beteiligen sich in der Residenzstadt, machen mit Aufklebern, Luftballons, Tüten und Spielen, die mit Gewinnen locken, auf ihren Stellenwert aufmerksam. Die Inhaberin der Boutique „Hörby“ hält die Aktion für gut, stört sich aber an dem Begriff „Heimat“: „Das ist mir zu spießig.“ Stefanie Ende gehört zu den Organisatorinnen in Celle: „Das Logo wird so übernommen, es ist überregional festgelegt“, erläutert die Inhaberin des Reformhauses Ende. Für männliche Einkaufsmuffel haben sich die Mitglieder der „Initiative Celle“ in diesem Jahr etwas Besonderes überlegt: „Die Celler Stallions sind mit im Boot“, sagt sie. Ein Besuch bei den jungen Football-Spielern, die am Robert-Meyer-Platz eine Torwand und einen Infotisch aufgebaut haben ergibt: „Bei uns sind fast ausschließlich Frauen und Kinder stehengeblieben.“

Auch wenn diese Strategie ins Leere lief, so kann das Gesamtkonzept doch unter dem Strich als Erfolg gewertet werden. Ströme von Menschen bewegten sich am Wochenende durch die City. Die Banner, Luftballons und Werbetaschen waren so augenfällig platziert, dass ihr Effekt auch für die unbeteiligt gebliebenen Läden nicht ausgeblieben sein dürfte.

Von Anke Schlicht

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