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Celle Stadt Hilfe für Mitmenschen in Not ist nötiger denn je
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Hilfe für Mitmenschen in Not ist nötiger denn je
10:00 16.11.2019
Celle

Leider gibt es keinen Grund zur Entwarnung: Im Gegenteil, die Zahl der die Armutsgrenze erreichenden und in Not geratenen Menschen steigt – auch in der Stadt und im Landkreis Celle. Besonders sind Familien mit mehreren Kindern – hier vor allem Alleinerziehende und Senioren – sowie Frauen von sogenannter „Altersarmut“ betroffen. Inwieweit sich die eben beschlossene Grundrente verbessernd auswirkt, bleibt abzuwarten. „Große Sprünge“ wird auch sie nicht erlauben. Umso wichtiger ist es, Solidarität und Mitmenschlichkeit im eigenen Umfeld zu zeigen und Betroffenen, die unverschuldet in Not geraten sind, unter die Arme zu greifen. Dafür steht seit 24 Jahren die Aktion „Mitmenschen in Not“, für die die Celleschen Zeitung auch in diesem Jahr wieder über die Adventszeit um Unterstützung und Spenden bittet.

Die Kluft zwischen armen und reichen Familien in Deutschland ist in den vergangenen zehn Jahren noch größer geworden – die Leidtragenden sind vor allem Kinder. Das geht aus einer im August veröffentlichten, umfassenden Studie des Paritätischen Gesamtverbands zu Kinderarmut und sozialer Ungleichheit hervor. Das heißt im Klartext: Arme Familien haben inzwischen noch weniger Geld für ihre Kinder zur Verfügung.

Geld für Ausflug oder Kindertheater fehlt

Besonders groß fällt danach der Unterschied bei den Ausgaben für die „soziale Teilhabe“ aus – also etwa für Zoobesuche, das Eis bei einem Ausflug, Spielzeug, Besuche im Kindertheater oder andere Freizeit-, Sport- und Kulturaktivitäten. Für solche Ausgaben hat das ärmste Zehntel der Familien in Deutschland fast 30 Prozent weniger als vor zehn Jahren zur Verfügung – das entspricht einem Anstieg von 15 Prozent.

In diesen Haushalten ergibt sich, so die Studie, durch Mangel und Entbehrung ein Umstand, der gleichberechtigtes Aufwachsen für die betroffenen Kinder verhindert und soziale Ausgrenzung zur Folge hat. Insgesamt 22,3 Prozent der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren gelten als arm. Besonders betroffen sind Alleinerziehende oder Familien mit drei oder mehr Kindern.

Auf der Grundlage von Daten des Statistischen Bundesamts beleuchtete die Studie unter anderem die Frage, wie viel vom zur Verfügung stehenden Gesamtbudget von Eltern im Durchschnitt für ihre Kinder aufgewendet wird. In Familien mit einem Kind sind das 21,5 Prozent, bei zwei Kindern 32,7 Prozent, bei drei Kindern 41,8 Prozent. Bei Alleinerziehenden liegen die Konsumausgaben für ein Kind bei 35,1 Prozent, für zwei Kinder bei 45,3 Prozent des zur Verfügung stehenden Geldes. Dies macht einerseits deutlich, wie stark sowohl der Wunsch als auch die Notwendigkeit bestehen, den Kindern das zukommen zu lassen, was ihnen gebührt – zeigt aber auch, wie aussichtslos eine angemessene Teilhabe und Fürsorge bei geringer Verdienenden ist.

Unbürokratische Hilfe notwendig

Die jetzt in eine weitere offizielle Runde gehende Aktion „Mitmenschen in Not“ versucht dort zu helfen, wo – in Zusammenarbeit mit den Kirchen sowie den Sozialen Diensten seriös überprüft – unbürokratische Hilfe notwendig und sinnvoll ist. „Wir finden es wichtig, während der aktiven Spendenaktionsphase von ‚Mitmenschen in Not‘ diese Tatsache durch begleitende Geschichten und Veröffentlichungen zu konkretisieren“, sagt CZ-Chefredakteur Ralf Leineweber. „So geben wir der Not und Armut ein – wenn auch zum Schutz der Betroffenen anonymisiertes – Gesicht. Und so erfahren auch die Unterstützenden, wofür ihre Spenden aufgewendet werden.“

Insgesamt rund 173.500 Euro, davon mehr als 103.000 Euro aus der Tombola, kamen allein im vergangenen Jahr für „Mitmenschen in Not“ zusammen. Die Preise für die Tombola stellen vor allem Unternehmer und Geschäftsleute aus der Region für den guten Zweck zur Verfügung. Nach dem Motto „Man kann nie genug von tollen Preisen haben, die verlocken, Lose zu erwerben“ sind Sachspenden oder Gutscheine zur Bereicherung dieser Aktion willkommen. Ansprechpartnerin hierfür ist Dörthe Rogalski, Telefon (0514) 990114.

Losverkauf beginnt am 7. Dezember

Der Losverkauf auf dem Weihnachtsmarkt beginnt am Samstag, 7. Dezember, um 10 Uhr. Die Schlussziehungen finden am dritten Adventssonntag, 15. Dezember, statt. Hauptgewinn wird auch in diesem Jahr wieder ein Auto sein.

Aber auch über andere Aktionen und Veranstaltungen kommt Geld für „Mitmenschen in Not“ in die Kasse: Bereits Tradition haben zum Beispiel die „drei Suppen-Schwestern“ Gudrun Bloetz, Martina Wieter und Verena Wagner, die am 23. November ab 11 Uhr an ihrem Stand in der Poststraße vor Karstadt Hochzeitssuppe und heißen Glühwein verkaufen.

2,7 Millionen Euro für Mitmenschen in Not

Menschen kämpfen, leiden und fürchten alltäglich, wieder zu scheitern. Oft reicht nur ein Problem zusätzlich, um eine Krise auszulösen: eine defekte Waschmaschine, das erschöpfte Lehrmittelbudget, das kaputte Fahrrad, zu klein gewordene Winterbekleidung, keine Reserve für Weihnachtsgeschenke, die Mieterhöhung, steigende Heizkosten, eine Erkrankung, der Verlust des Arbeitsplatzes oder der Wohnung. Die bewiesene Solidarität und Unterstützung von Mitmenschen – seit dem Jahr 1995 wurden fast 2,7 Millionen Euro aus der CZ-Aktion zur Verfügung gestellt – kann dazu beitragen, aus einer solchen Notlage herauszufinden.

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