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Celle Stadt Hochspannung aus kleinsten Energieeinheiten
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Hochspannung aus kleinsten Energieeinheiten
13:50 28.06.2010
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Celle Stadt

Unter der bewährten Leitung von Martin Knauer bot das Schulorchester auch seinen Solistinnen Nora Petzold (Flöte), Charlotte Altenmüller (Violoncello) und Friederike Frassl (Violine), was sie brauchten: Orientierung und einen verlässlichen Start- und Landeplatz für ihre imposanten Höhenflüge. Denn die durchaus anspruchsvollen Kompositionen forderten ihnen bei etlichen schnellen Läufen (und beim virtuosen „Piccolinchen“ auch in die Höhe) einiges an Gelenkigkeit und Treffsicherheit ab. Die feine gestalterische und klangfarbliche Ausschmückung von Seiten des Orchesters gab den Stücken zusätzliches Volumen. Wunderschön die anmutig schwebende Leichtigkeit im „Andantino“ des erfindungsreichen Franzosen Edouard Lalo (1823-1892) mit den gedämpften Streichern und der weit ausgreifenden elegischen Cello-Melodie. Wunderschön auch die lyrischen Grundzüge mit der melodischen Frische im „Allegro“ des folkloristisch orientierten Russen Dmitrij Kabalewski (1904–1985).

Knauer und sein vor Engagement übersprühendes Orchester setzten nicht nur auf knackige, kurzweilige Effekte klangfarblichen Furors, sondern zitierten mit der Suite „English Folk Songs“ von Ralph Vaughan Williams (1872-1958) und mit den „Amsterdam Pictures“ des Zeitgenossen Kees Vlak – einer musikalischen Beschreibung des Großstadtalltags, bei der eine simple Fahrradklingel als erheiterndes „i-Tüpfelchen“ fungierte – auch wunderschöne Klang-Gedichte, in denen sich kleinste Energieeinheiten zu einer Hochspannung zusammenfanden, die sich dann in einem fulminanten Finale entluden.

Von Rolf-Dieter Diehl