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Celle Stadt Höhlenfrau repariert Männer selbst
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Höhlenfrau repariert Männer selbst
16:33 04.07.2011
Theater-Comedy "Cavewoman" am 3. Juli 2011 in der CD-Kaserne. Quelle: Peter Bierschwale
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Am Vorabend ihrer Hochzeit bekommt Heike Streit mit ihrem Bräutigam: „Hau doch ab!“, schreit sie ihn an – und Tom geht tatsächlich. Ganz so hätte sie es eigentlich gar nicht gemeint, klagt sie dann. Zwangsläufig beginnt sie sich nun mit der Männer-Frauen-Thematik zu beschäftigen, mit dem „Neandertaler“ im Manne - so in Kürze die Handlung der Theater-Comedy „Cavewoman“.

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Das Original, die Theater-Comedy „Caveman“ (Höhlenmann) war in Deutschland ein Riesenerfolg. Doch wozu dann noch mit „Cavewoman“ eine möglicherweise schlechte Kopie des Originals in der weiblichen Version? Schließlich beschäftigen sich beide Varianten mit der nicht so brandneuen Frage, wie viel Neandertaler heute noch in Männern („Jäger!“) und Frauen („Sammlerinnen!“) steckt. Zudem ließ auch „Cavewoman“ keine Comedy-Stereotype aus: Die Männer bringen kaum ein Wort heraus, rülpsen, pupsen und „riechen streng“. Auf der anderen Seite haben die Frauen ihren Redefluss selten unter Kontrolle, verfügen über einen vollgestopften Schuhschrank und kaufen sich Kleider in mindestens einer Größe zu klein.

Der Pfiff der Cavewoman-Inszenierung bestand darin, diese Klischees breit auszulatschen und sie gleichzeitig so geschickt mit Satire und Ironie zu überziehen, dass diese Stereotypen implodierten. Als sie von den Problemen beim Sex in einer Art Rollenspiel auf dem Sofa berichtete, spielte sie beide Partner parallel so grottendämlich und neandertalig, dass es das Publikum zu Jubelstürmen riss, weil die quirlige Ramona Krönke immer auch realen Beziehungsproblemen Seitenhiebe verpasste.

Eigentlich sei der Mann ein Mängelwesen, doch schon Eva habe entschieden, ihn nicht als Reklamation an Gott zurückzugeben: „Dann bekomme ich ihn ja nicht wieder!“ Stattdessen habe sie beschlossen: „Den repariere ich selbst!“ So sei das bis heute geblieben. Mühlselig müsse den Männern beigebracht werden, nur das einzukaufen, was „auf der Liste“ stehe. Sie enttäuscht zu verlassen sei jedoch unklug, schließlich habe es viel Engagement gekostet, bis sie „die Kommandos“ endlich verstanden hätten. Solche Gags waren natürlich völlig überzogen, aber das Publikum hatte verstanden, denn so ganz weit weg vom Alltag waren sie auch wieder nicht. Einen Zusatztermin mit „Cavewoman“ wird es am 5. Oktober in der CD-Kaserne geben.

Von Peter Bierschwale