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Celle Stadt "Mit Herzblut kann jeder die Welt verbessern"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt "Mit Herzblut kann jeder die Welt verbessern"
15:55 20.12.2018
Ijad Madisch ist Mitgleid des neuen Digitalrats der Bundesregierung. An seiner ehemaligen Schule erzählte er nun von seinem bisherigen Weg. Quelle: David Borghoff
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Bereits als kleiner Junge war Ijad Madisch ein begeisterter Anhänger von Superman. "Ich fand ihn und seine Superhelden-Kollegen immer toll, weil sie Gutes tun und anderen Menschen helfen", erzählt er mit einem Lächeln im Gesicht. Und so bekam er vor einigen Jahren von einer Freundin eine Mütze mit dem Wappen von Superman geschenkt. Heute ist diese Mütze fast so etwas wie sein Markenzeichen, wenn er ganz im Sinne seines Idols versucht, die Welt ein kleines bisschen besser zu machen.

Bill Gates investierte in seine Idee

Der promovierte Mediziner lebte als Kind in Höfer und ging am Ernestinum zur Schule. Dorthin kehrte er am Donnerstag zurück, um den Schülern seine Arbeit vorzustellen. Nach seinem erfolgreichen Medizinstudium gründete er im Jahre 2008 das Wissenschaftsnetzwerk für Mediziner "Research Gate". "Viele haben mich damals für verrückt erklärt, als ich meinen Job als Arzt aufgegeben habe, um mich voll und ganz meinem Start-Up zu widmen", erinnert sich Madisch. Sein damaliger Professor riet ihm ausdrücklich von seinen Plänen ab, bezeichnete sie als Firlefanz. Aufgrund der mangelnden Unterstützung, entschied sich der junge Mediziner dafür, sein Glück in den USA zu suchen, wo er es schließlich tatsächlich fand. Er traf bedeutende Leute und konnte Investoren für sich und seine Idee begeistern. 2013 investierte Bill Gates 35 Millionen in das Start-up des gebürtigen Wolfsburgers, bei dem mittlerweile rund 200 Mitarbeiter angestellt sind. Seit August diesen Jahres ist er außerdem eines von zehn Mitgliedern des neuen Digitalrates der Bundesregierung.

Unterstützung von der Familie

"Wie war das denn, Bill Gates kennenzulernen?", möchte eine Schülerin wissen. Madisch, der 2000 selbst sein Abitur am Ernestinum ablegte, berichtet, dass er zunächst tatsächlich aufgeregt gewesen sei. "Den kannte man immerhin nur aus dem Fernsehen." Aber er sei sehr nett und herzlich gewesen. "Man hat sofort gemerkt, wie intelligent der Mann ist. Nur mein Mac-Book fand er nicht ganz so cool", scherzt er und sorgt mit dieser Anekdote für Lacher und Applaus. Inga wiederum beschäftigt die Frage, wie seine Eltern auf seine Entscheidung, seine sichere Stelle hinzuschmeißen, reagiert haben. "Oh, da hatte ich tatsächlich ein bisschen Angst vor", gibt der Mediziner zu. Die Sorge sei allerdings unbegründet gewesen. "Mein Vater sagte einfach nur, dass ich das tun soll, was mein Herz mir sagt. Da musste ich mich erstmal versichern, dass ich auch die richtige Nummer gewählt habe."

Social-Media-Star aus Versehen

Als er schließlich das Foto zeigt, welches ihn von heute auf morgen zum Star der sozialen Medien machte, gibt es in der Aula kein Halten mehr. Alle lachen über die Momentaufnahme. Es zeigt Madisch bei einem Besuch bei Angela Merkel, die eines ihrer feinen Kostüme trägt. Ebenso die anderen Männer und Frauen. Alle, bis auf den 38-Jährigen. Er steht in erster Reihe, in kurzer Hose, farbenfrohem T-Shirt und natürlich: mit dem Superman-Cap. "Was soll ich sagen, es war halt warm und ich hasse Anzüge", erklärt er lachend.

Nobelpreis ist ein Ziel

Die Schulstunde ist eigentlich schon vorbei, als unter den Schülern die Frage aufkommt, was denn eigentlich Madischs Ziel sei, oder ob er schon alles erreicht habe, was er sich vorgenommen hat. "Seit ich denken kann, habe ich das Bedürfnis, mit meiner Anwesenheit etwas zu bewirken, was der Menschheit helfen kann", fängt er an zu erzählen. Durch "Research Gate" ergebe sich die Möglichkeit, dass man Forscher aus allen Ländern der Erde zusammenbringe. Das Ergebnis sei im besten Fall, dass in Zukunft schnellere Forschungsdurchbrüche erzielt und Krankheiten besser geheilt werden können. "Früher war es mein Ziel, eines Tages den Nobelpreis zu gewinnen. Heute möchte ich, dass das andere tun. Ich möchte es ihnen aber mit meiner Arbeit ermöglichen."

Von Marie Nehrenberg

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