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Celle Stadt Imker melden dramatische Verluste bei Bienenvölkern
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Imker melden dramatische Verluste bei Bienenvölkern
13:47 13.06.2010
Von Oliver Gatz
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Celle Stadt

Um rund 25 Prozent werden die Bienenvölker in diesem Winter voraussichtlich dezimiert werden. „Das ist ein hoher Wert“, bedauerte Werner von der Ohe, Leiter des Celler Bieneninstituts. Im Normalfall lägen die Verluste bei bis zu zehn Prozent. Einen so hohen Wert hat es zuletzt im Winter 2002/2003 gegeben. Abschließende Zahlen werden erst Ende März vorliegen.

Die düstere Prognose für die Honigproduzenten basiert auf Umfragen unter 2335 Imkereibetrieben in Deutschland. Von den 40421 als eingewintert gemeldeten Völkern wurden bereits im Herbst 6,2 Prozent tot vorgefunden. Die Verluste sind regional sehr unterschiedlich verteilt: In Sachsen und Baden-Württemberg sind besonders viele Imkereien betroffen.

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„Das vergangene Jahr lief für die Bienen nicht optimal“, resümierte von der Ohe. Für die Insekten hätte es im Sommer nicht ausreichend Nahrung gegeben. Als Grund nannte der Experte die frühe Blütezeit. Der Witterungsverlauf im Sommer mit anfänglicher Trockenheit und anschließender Regenperiode sei für die Insekten ungünstig gewesen. „Für die Robustheit der Biene ist die Pollenversorgung von immenser Bedeutung“, erläuterte von der Ohe. „Ein kalter Winter macht den Bienen aber nichts aus.“ Allgemein hätten der Wandel in der Landwirtschaft und Klimaveränderungen die Ernährungssituation der Bienen verschlechtert.

Hinzu kommt die dramatische Vermehrung eines Blutsaugers, der der Brut zusetzt: die Varroa-Milbe. Der Parasit ernährt sich von den Larven und kann Krankheiten übertragen. Dies schwächt den Bienen-Nachwuchs und kann zum Tod der Larve führen. Da im Winterhalbjahr keine Brut gepflegt wird, müssen die Varroa-Milben vollständig auf die erwachsenen Bienen wechseln, um zu überleben. „Die Milbe zwingt die Bienenvölker in die Knie, wenn sie nicht stark genug bekämpft wird“, sagte von der Ohe. Nach der Honigernte und vor dem Winter erhalten die Bienen deshalb verstärkt Arzneimittel.

Seit vielen Jahren reduziert sich die Anzahl der Bienenvölker. Nach Angaben des Deutschen Imkerbundes sind Honigbienen das drittwichtigste volkswirtschaftliche Nutztier und bedeutendes Bindeglied im Naturkreislauf.