Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Celle Stadt In Celle fehlen Kita-Plätze
Celle Aus der Stadt Celle Stadt In Celle fehlen Kita-Plätze
05:22 16.02.2018
Von Gunther Meinrenken
Die Celler Kindergärten sind voll belegt. In der Verwaltung wird nun ermittelt, wo im Stadtgebiet konkret weiterer Bedarf besteht. Quelle: Georg Wendt
Anzeige
Celle Stadt

Heiko Gevers beschleicht schon seit längerem das Gefühl, dass es mit der Planung von Kindergartenplätzen bei der Stadt nicht so läuft, wie es unter dem ehemaligen Sozialdezernenten Stephan Kassel stets verkündet worden sei. Die aktuellen Zahlen dürften den CDU-Fraktionsvorsitzenden in dieser Ansicht bestätigen. "Für das Baugebiet Kieferngrund war das für eine Kita reservierte Grundstück verkauft worden, weil es hieß, es gebe dort keinen Bedarf. Jetzt stellen wir fest, dass es eine ganze Reihe von kleinen Kindern in diesem Bereich gibt", erklärt Gevers und kommt zu dem Schluss: "Die Planung hat nicht funktioniert."

Die CDU möchte daher jetzt endlich Fakten sehen. Sprich: Die Verwaltung soll einen Kindergartenbedarfsplan vorlegen. "Wir möchten wissen, wo junge Familien wohnen, wo es Kinder in welchem Alter gibt und wie die Entwicklung prognostiziert wird", so Gevers, der noch ein Beispiel nennt. "In Boye ziehen jetzt langsam ältere Menschen weg und junge Familien nach. Da muss man den Bedarf nach Kita-Plätzen ermitteln."

Anzeige

Im Neuen Rathaus rennt Gevers bei Oberbürgermeister Jörg Nigge offene Türen ein. "Der Oberbürgermeister hat sich die Förderung von Familien auf die Fahne geschrieben. Aktuell arbeiten wir an einem Kindertagesstättenbedarfsplan, den wir in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 8. Mai der Politik vorlegen wollen", erklärt Sozialdezernentin Susanne McDowell. Darin werde aufgeschlüsselt, was die CDU vorgeschlagen habe.

Die Materie sei nicht einfach, wie McDowell darlegt. "Wir haben zu wenig Plätze, das stimmt. Aber es gibt zwei Problemfelder. Es ist schwer, genug Personal zu finden, und wir brauchen Lösung, die atmen können", wie es McDowell beschreibt.

Mit "atmenden Lösungen" nimmt die Sozialdezernentin Bezug auf die Immobilienfrage. Die Stadt hat nicht genug Geld, um überall, wo es notwendig wäre, neue Kindertagesstätten zu bauen. Zumal diese nach ein paar Jahren vielleicht nicht mehr gebraucht würden. "Wir müssen Einrichtungen schaffen, die später auch anders genutzt werden können", so McDowell. Daher würde man im Neuen Rathaus dem Anmieten einem Neubau den Vorrang geben. "Wir und auch die Freien Träger prüfen ständig Liegenschaften, die infrage kommen könnten."

Genaue Zahlen über mögliche Investitionssummen kann die Stadt noch nicht präsentieren und das wird sich auch bis zum 8. Mai nicht ändern. "Dafür ist es noch zu früh. Zunächst wollen wir den genauen Bedarf ermitteln", so McDowell.

Dagny Siebke 16.02.2018
Dagny Siebke 16.02.2018
Anzeige