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Celle Stadt „Innen 20, außen ranzig“: Comedy übers Älterwerden begeistert Celler Publikum
Celle Aus der Stadt Celle Stadt „Innen 20, außen ranzig“: Comedy übers Älterwerden begeistert Celler Publikum
18:50 05.03.2018
Björn Jung (links) und Guido Fischer setzten sich ehrlich mit dem unaufhaltsamen Prozess des Älterwerdens auseinander – und strapazierten damit die Lachmuskeln des Publikums. Quelle: David Borghoff
Celle Stadt

Wenn es gut werden soll, nimmt man es am besten selbst in die Hand – nach diesem Prinzip haben die zwei Schauspieler und Gründer des „Fischer & Jung Theaters“ schon vor dem eigentlichen Start ihres Programms für eine entsprechende Aufwärmrunde gesorgt. Animierte Begrüßungs-Euphorie, (ausgegebene) Dessous, die geworfen werden sollten, Tuchfühlung mit den ersten Publikumsreihen, die die erhoffte Vorlage zum Dauerbrenner-Gag lieferte: Hermann aus „der Ortschaft“ um Celle. Damit konnte es losgehen.

Der „ehrliche Moment mit mir selbst“ vor dem Spiegel hat „sackige Stellen“ und „haarige Umverteilung“ zu Tage gebracht. Die Entwicklung zu Ü50 scheint unaufhaltsam: Statt durchzechten Gelagen gibts künftig „Frittagessen“ (also Brunch), statt Jogging und Bolzen Aquagymnastik mit Poolnudel, der Musikgeschmack samt Lautpegelvorstellung mutiert gewöhnungsbedürftig, die Merkfähigkeit lässt nach. Dafür steigt die Verwechslungsquote (auch ohne Schwerhörigkeit). Trübe Aussichten finden die Freunde Guido und Björn.

Und dann ist ja da noch das Thema Frauen. Das Kennenlernen übers Dating-Portal bietet nur Schutz und „Raum für Interpretation“ bis zum Tag der Offenbarung, der Gegenüberstellung im „real life“. Was eine funktionierende Anmache betrifft ist Mann schon etwas eingerostet. Eine Anfrage ins Publikum um einen probaten „Operner“ ist nicht ergiebig. Also muss Hermann ran und der erinnert sich nur „… ich bin aufgewacht und sie war da …“ – muss wohl was richtig gemacht haben. Das Publikum hats amüsiert.

Ernsthafter vom Thema, aber bei Fischer und Jung eben doch lustig, wird über Beerdigungen, Väter, Mütter, Kleidungsstil und Einkaufserfahrungen philosophiert und geplaudert – ja und auch ein bisschen über Sex. Mit gekonntem Einsatz von Mimik und Schauspieltalent wird alles zur guten Komödie – weiterer Körpereinsatz Fehlanzeige. Das bedauern die erwartungsvollen zur Vorstellung gekommenen Freundinnen Doris und Nicole aus Celle am Ende mit einem Zwinkern schon: „Das mit der eingewickelten Klarsichtfolie haben wir vermisst“. Man bekommt eben nicht immer alles, was das Plakat verspricht. Ein sehr unterhaltsamer Abend war es trotzdem.

Von Doris Hennies

Es leben die alten Zeiten. Die Zeiten, als man sich noch in Altenhagen im „Freedom“ traf, um richtig abzufeiern. Doch diese Zeiten sind längst vorbei. Das „Freedom“ allerdings lebt weiter – wenn auch in veränderter Form und an einem anderen Ort - der CD-Kaserne in Celle.

05.03.2018

„Fleur de Sel“, handgeschöpftes Meersalz, gilt bei vielen als ganz besondere Delikatesse – jedenfalls bei jenen, denen es nichts ausmacht, dass die Rückstände verdunsteten Meerwassers oft auch mikroskopisch kleine Plastikmüll-Reste enthalten. Eine ähnlich appetitliche Salz-Spezialität hätte man jetzt in der Celler Innenstadt ernten können: Dort waren nach der Schneeschmelze Straßen wie etwa die Stechbahn immer noch schneeweiß, weil auf ihnen eine teils zentimeterdicke Streusalz-Kruste zurück geblieben war: „Fleur des Cell“ vom Allerfeinsten. Da hatten es die Streudienste wohl etwas zu gut gemeint. Die Folgen für die Umwelt sind negativ, da dieses Salz irgendwann im Boden, in den Flüssen und schließlich auch im Meer landet. Von daher dürfte sich Celler Straßen-Salz auch mit der internationalen Spezialität mischen.

Michael Ende 05.03.2018

Für die Gema sei vorweggenommen: Kabarettist Uli Masuth spielte bei seinem Gastspiel in „Kunst & Bühne“ live und alles selbst auf dem bereitgestellten Klavier. Die Gema oder auch das „Inkassounternehmen für Künstler“ lege Wert auf diese Aussage, und überhaupt sei er erfreut, dass an diesem Samstag so viele Gäste in sein neues Programm gekommen seien. Denn ob sie wollten oder nicht: Alle Besucher seien nun – sollte es zum Äußeren kommen – Zeugen dafür, dass Masuth eigenhändig am Klavier gesessen habe.

04.03.2018