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Celle Stadt In Celle immer auf Suche nach hübschen Mädchen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt In Celle immer auf Suche nach hübschen Mädchen
14:14 26.02.2019
Von Andreas Babel
Vito von Eichborn hat das HBG Celle von 1961 bis 1965 besucht und ist heute Verleger eines kleinen Buchverlags in der Holsteinischen Schweiz. Quelle: Fremdfotos/eingesandt
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Celle

Anlässlich des HBG-Jubiläums befragen wir in diesem Jahr einige ehemalige Pennäler zu ihrer Schulzeit. Das HBG wird in diesem Jahr 150 Jahre alt. Wir haben Vito von Eichborn via E-Mail interviewt. Seine Antworten kamen innerhalb kürzester Zeit aus Schleswig-Holstein, wobei zu netten Anekdoten nachgefragt werden musste. Dann ist dem heutiger Verleger zu diesem Thema aber auch viel eingefallen.

In welchem Zeitraum haben Sie das HBG besucht?

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Von 1961 bis 1965.

Was war Ihr Lieblingsfach und warum?

Deutsch – als Spinner war ich gut, meine Aufsätze waren erfolgreich. Das sieht man ja später…

Haben Sie eine nette Episode auf dem HBG erlebt?

Viele. „Ich bin streng, aber ungerecht“, meinte Lateinlehrer Teske. Ich hatte im Internat in Latein eine 2 (wohl auch, weil die Lehrerin die Freundin meiner Tante war). Als ich nach Celle in die 11. Klasse kam, bekam ich bei Teske eine glatte 6 und blieb sitzen. Das war zwar nicht ungerecht – aber ich habe ihn gehasst.

Wo waren die hübscheren und klügeren Mädchen?

Was mich, frisch in Celle, jedoch viel mehr beschäftigte: Wo waren die hübscheren und klügeren Mädchen? In freien oder geschwänzten Stunden und nach der Schule standen wir mit einem Eis von Pellegrini an der Ecke in der Innenstadt und „räunten“ – also: rumalbern und angeben -, aber Mädchen fanden sich da nicht oder ließen sich nicht anquatschen.

Weil ich wohl nicht schlecht singen konnte, ging ich in die Kantorei

Weil ich wohl nicht schlecht singen konnte, ging ich in die Kantorei. Das Singen war toll, auch eine Reise mit dem Chor durch Klöster in Österreich. Und ja, es gab tolle Mädchen dabei. Aber verdammt, nichts ging, auch unterwegs nix. Das waren entweder Blaustrümpfe, oder sie nahmen mich blassen Blondie überhaupt nicht ernst. Nun ja, nach einem knappen Jahr trat ich wieder aus. Im Tennisclub war zwar mein Tennis schwach, aber ich gewann das Twist-Turnier. Und in einer Abendrunde lasen wir uns Gedichte vor, auch mit Mädchen, dazu gab‘s Cola-Genever satt. Meine Gedichte gefielen durchaus, doch eine richtige Freundin hatte ich immer noch nicht. Man sieht, die Schule war mir ziemlich egal, es gab halt Wichtigeres.

O Mann …

Haben Sie noch Kontakt zu Mitschülern?

Ja, zu Stephan Burgdorff – der führte bei einem bei Zwei-Personen-Stück, das ich mit meiner Freundin Cosy in der Aula spielte, Regie, Wir studierten dann Theaterwissenschaften und Germanistik in Köln.

Wo leben Sie heute und wie?

Am Nordufer des Dieksees in der Holsteinischen Schweiz betreibe ich meinen kleinen Verlag Vitolibro.

Träumen Sie manchmal aus der Schulzeit und wenn ja was?

Da ich vorher auf vier anderen Schulen (und in drei Internaten) war, geht das durcheinander.

Wann haben Sie das letzte Mal das HBG besucht und aus welchem Anlass?

Nö.

Wie ist ihr Eindruck von der heutigen Schule im Jubiläumsjahr?

Keine Ahnung.

Ist das Schulsystem, so wie wir es heute kennen, noch zeitgemäß oder was sollte sich Ihrer Ansicht nach ändern?

Statt der zweiten Fremdsprache – beziehungsweise als solche – muss Informatik heutzutage als Pflichtfach eingeführt werden!

Michael Ende 26.02.2019
26.02.2019