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Celle Stadt Dieter Hallervorden kommt nach Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Dieter Hallervorden kommt nach Celle
16:33 06.01.2019
Von Jürgen Poestges
Dieter Hallervorden kommt mit seinen „Wühlmäusen“ in die CD-Kaserne. Quelle: DERDEHMEL
Celle

Die „Wühlmäuse“ sind ein Berliner Kabarett mit legendärem Ruf. Nicht zuletzt wegen seines Gründers Dieter Hallervorden. Am Sonntag, 13. Januar, gastiert das Ensemble um 19 Uhr in der CD-Kaserne in Celle. Das Außergewöhnliche daran: Da es sich um eine Vorpremiere handelt, sind sowohl Hallervorden als auch Regisseur Frank Lüdecke zum Programm „Gelogene Wahrheiten“ ebenfalls vor Ort. Der Kabarett-Gründer stand der CZ zu einem exklusiven Interview zur Verfügung.

Dieter Hallervorden, Sie sind Schauspieler, Regisseur, Intendant und Kabarettist. Welchem Talent geben Sie den Vorzug?

Wie nett, dass Sie mir so freundlich Talent bescheinigen. Das Lob nehme ich gerne an. In allen vier Sparten, die ich bediene, arbeite ich ja mit Blick auf das Publikum. Und da die Zuschauer mich zuallermeist als Schauspieler und vielleicht auch noch als Kabarettist kennen, hat das in der Wirkung nach außen die größere Strahlkraft und steht für mich an erster Stelle.

Welche Bedeutung haben die „Wühlmäuse“ heute für Sie?

Ich habe „Die Wühlmäuse“ als 25-jähriger Springinsfeld und absoluter Nobody mitbegründet. Das ist jetzt – sage und schreibe – mehr als 58 Jahre her. Wenn so ein Kabarett-Theater in unserer schnelllebigen Zeit unsubventioniert so viele Jahrzehnte überdauert, kann der Spielplan ja wohl so schlecht nicht gewesen sein. Für mich sind „Die Wühlmäuse“ wie mein viertes Kind.

Wie hat sich das Kabarett, gerade das politische, in den vergangenen Jahrzehnten verändert?

Kabarett war und ist eine sogenannte „Kleinkunst“-Form. Da tummeln sich heutzutage mehr und mehr Comedians und eher weniger Satiriker.

Wie wichtig ist politisches Kabarett Ihrer Meinung nach in der heutigen Zeit?

Zu wichtig, um die Pointen nur den Politikern zu überlassen. Spott und Hohn – das wussten schon die Narren im klassischen Theater – können den Herrschenden echt zu schaffen machen.

Früher saßen die Politiker, die auf der Bühne aufs Korn genommen wurden, im Publikum. Heute halten sie sich eher fern vom Kabarett. Woran liegt das?

Früher wurden satirische Programme ja noch live vom Fernsehen übertragen, und da Politiker immer die Öffentlichkeit suchen, waren sie gern bereit, so zu tun, als wenn sie Humor hätten.

Die "Nonstop Nonsens"-Reihe Mitte der 70er Jahre würde heute wohl als Comedy bezeichnet werden. Was halten Sie von der aktuellen Comedy-Szene?

Es gibt Spreu und Weizen. Meiner Meinung nach ein bisschen mehr Spreu …

Sie kommen gemeinsam mit den „Wühlmäusen“ nach Celle. Ist es üblich, dass Sie und Regisseur Frank Lüdecke zum Start einer Tournee dabei sind?

Die Reaktionen der Zuschauer sind der wichtigste Gradmesser für die Beurteilung der Qualität einer Inszenierung. Daher ist es für mich eine Selbstverständlichkeit, die ersten Vorstellungen mit zu verfolgen.

An welchen Projekten arbeiten Sie aktuell?

Ich habe gerade für das ZDF zwei Filme abgedreht. Zurzeit arbeite ich an der Planung für die elfte Spielzeit meines Berliner Schlosspark-Theaters und übersetze ein französisches Theaterstück ins Deutsche.

Sie waren gerade in letzter Zeit besonders erfolgreich in ernsteren Rollen. Was möchten Sie unbedingt noch spielen? Welches Thema brennt Ihnen unter den Nägeln?

Als nächstes will ich „hoch hinaus“ und spiele den lieben Gott, dem es im Himmel zu langweilig geworden ist und der sich auf der Erde um einen Job bemüht.

Kann so ein vielseitiger Künstler wie Sie überhaupt in den Ruhestand gehen?

Könnte er schon! Klappt aber nicht, weil: Ich bevorzuge den Unruhestand!

Kein Platz für Schnäppchenjäger: Nur wer auch etwas abgibt, kann beim Tauschrausch gebrauchte Sachen mit nach Hause nehmen.

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