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Celle Stadt Hanns-Dieter Hüsch als Inspiration
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Hanns-Dieter Hüsch als Inspiration
08:53 15.03.2019
Von Jürgen Poestges
Immer den Schalk im Nacken: Kabarettist Jürgen Becker nimmt die Fortpflanzungaufs Korn. Quelle: Simin Kianmehr
Celle

Mit Jürgen Becker zu sprechen, dass heißt, man muss aufpassen. Denn wenn der Kölner Kabarettist einmal loslegt, dann erzählt er ausführlich, die Worte schießen aus dem Mund wie Kugeln aus einem Schnellfeuergewehr. CZ-Redakteur Jürgen Poestges erwischte den 59-Jährigen in Köln. Er saß in seinem Auto, weil er dort mehr Ruhe hatte zum Telefonieren. „Aber ich fahre nicht, ich sitze nur drin.“ Am Sonntag, 31. März, ist er in der CD-Kaserne mit seinem Programm „Volksbegehren“ zu Gast:

Jürgen Becker, der Untertitel Ihres Programms lautet „Die Kulturgeschichte der Fortpflanzung“. Was erwartet die Besucher?

Wenn man weiß, dass rund ein Drittel der Aktionen im Internet sich mit dem Thema Sex befassen, dann muss man konstatieren, dass es ein großes Thema ist. Aktuell haben die Kirchen ja ihre Probleme damit, müssen dafür sogar Versammlungen einberufen. Und die MeToo-Debatte hat ja die Notwendigkeit, über das Thema zu reden, ebenfalls gezeigt. Was für mich erstaunlich ist: 70 Prozent der Abfragen von Pornoseiten finden der Untersuchung zufolge zwischen 9 und 17 Uhr statt. Da wundert man sich doch, das überhaupt noch irgendwo gearbeitet wird.

Wenn sich 10.000 Deppen nur kopieren

Was ist denn die Kulturgeschichte der Fortpflanzung?

Die älteste Beziehung, die es gibt, ist die zwischen Feind und Fressopfer. So ähnlich ist es bei uns Menschen mit Viren und Bakterien. Wenn wir keine Abwehrstoffe entwickeln, werden sie uns ausrotten. Bei der Fortpflanzung geht es aber nicht ums Kopieren, sondern um Veränderungen. Aus der Vereinigung von zwei Menschen entsteht ein komplett Neuer. Und das verwirrt die Viren und Bakterien, das kenne sie nicht. Denn klar ist doch: Wenn sich 10.000 Deppen nur kopieren, dann haben wir auf einmal ganz viele davon. Was passiert, wenn es viele Deppen gibt, das haben wir ja bei der Pegida-Bewegung gesehen. Und deshalb ist es wichtig, diese Unterschiede auch mal zu thematisieren.

Hanns-Dieter Hüsch als Vorbild

Sie haben sich von Hanns-Dieter Hüsch inspirieren lassen. Stimmt die Geschichte?

Ja. Ich habe eines seiner Programme gleich fünfmal gesehen. Später war ich sehr gut mit ihm befreundet. Ich habe ihn auch häufig besucht, als er schon krank war. Einmal saß ich neben seinem Bett auf einem Rattanstuhl und bin durch den Sitz gebrochen. Das fand er sehr komisch. Ich hab den Stuhl mitgenommen und wollte ihn in Köln reparieren lassen. Leider bin ich nicht mehr dazu gekommen, den Stuhl zurückzubringen. Hanns-Dieter ist vorher gestorben. Auf der Beerdigung, da waren rund 600 Leute, wurde ich von seiner Witwe gefragt: „Hast Du den Stuhl mitgebracht?“

Am Ende Ihres Programms gibt es immer Freibier. Nun will ich die Leute nicht deswegen in Ihre Vorstellung locken …

Das können Sie ruhig machen!

Drink doch ene met

… aber wie ist es dazu überhaupt gekommen?

Ich habe in einem Programm die amerikanische und die rheinische Wirtschaft verglichen. In Amerika gilt der Leitsatz: „Jeder ist seines Glückes Schmied!“ Im Rheinland heißt es: „Drink doch ene met“. Und je mehr Leute mittrinken, desto größer ist der Umsatz. So entstand die Idee mit dem Freibier. Und solange die Brauerei mitmacht, bleibt das so. Es geht mir aber vor allen Dingen um Kommunikation mit dem Publikum.

Sie waren schon einmal in Celle. Wie hat es Ihnen gefallen?

Da ist ein schönes Städtchen, mir gefällt es gut. Und es gibt doch eine Kneipe mit ganz vielen Billardtischen. Da sind wir nach einem Auftritt mal fürchterlich versackt. Aber ich glaube, die gibt es nicht mehr.

Sie meinen das „Gegen den Strich“? Das gibt es wirklich nicht mehr

Ja, so hieß die Kneipe. Schade drum!

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