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Celle Stadt Öko-Landbau muss sich lohnen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Öko-Landbau muss sich lohnen
12:00 08.05.2019
Viola von Cramon steht auf der Bundesliste der GRÜNEN auf Platz 19.
Celle

Die Europawahl rückt näher. Am 26. Mai bewerben sich in Deutschland insgesamt 1380 Kandidaten um die 96 Parlamentssitze. Wie sehen sie die Rolle des europäischen Parlamentes bei der Bewahrung des ökologischen Gleichgewichts? Die CZ hat im Rahmen ihrer Aktion „Celle blüht auf“ nachgefragt bei den sechs großen Parteien CDU, SPD, FDP, Bündnis 90/Die Grünen, AfD und Die Linke.

„EU NÄHER
AN DIE BÜRGER“

Mit Viola von Cramon von Bündnis 90/Die Grünen geht unser ökologisches „Nachgefragt“ in die zweite Runde. Sie steht auf Platz 19 der Bundesliste der Grünen für die Europawahl am 26. Mai. Die 49-Jährige ist Diplom-Agrar-Ingenieurin, wohnt im Landkreis Göttingen und hat vier Kinder.

MOTIVE FÜR DIE
KANDIDATUR

„Die Europäische Union (EU) muss näher an ihre Bürger und Bürgerinnen heranrücken, sie muss sich weiterentwickeln, wenn sie erfolgreich sein will. Die Glaubwürdigkeit in die Institutionen muss befördert werden“, antwortet von Cramon auf die Frage, weshalb sie kandidiere. Die EU müsse solidarischer und sozialer werden. „Insbesondere die junge Generation in der EU fordert neue, demokratische Formate und neue Formen der Mitbestimmung und vor allem gleiche soziale Rechte.“

„Dafür kämpfe ich“, betont die Politikerin. Ohne diese Veränderungen sieht sie langfristig für den Zusammenschluss der Nationalstaaten keine Überlebenschance.

WICHTIGSTE
MASSNAHMEN

Klimawandel und Artensterben stuft sie als gesamteuropäische Projekte ein, die nur in Form von Kooperation innerhalb der EU gelöst werden können. Sollte die Zahl der Bienen und Insekten weiterhin sinken, werde automatisch auch die Bestäubungsleistung geringer, und dieses würde folgenschwere wirtschaftliche und finanzielle Schäden in der Landwirtschaft, z.B. im Obst- und Gemüseanbau, verursachen und unsere Lebensmittelvielfalt einschränken.

„Wir brauchen eine Trendwende im Artenschutz, die den größten Verursachern des Artensterbens Einhalt gebietet. Daher muss der Schutz des Artenreichtums eine wirkliche Querschnittsaufgabe und Maxime in allen Ressorts werden“, beschreibt von Cramon eine Strategie zum Gegensteuern. Am dringendsten bedürfe es einer Agrarwende. Pflanzenschutzmittel, strukturlose Landschaft und Monokulturen forcierten das Artensterben. „Weg vom Gift auf dem Acker, weg von einer Landwirtschaft, die die Natur ausnutzt und gegen den Artenreichtum arbeitet.“

Von wem sie die größten Widerstände erwarte, um die Maßnahmen zur Wiederherstellung der Biodiversität durchzusetzen, lässt sie offen. Hinsichtlich der geforderten Agrarwende sagt sie: „All das muss in Zusammenarbeit mit den Landwirtinnen und Landwirten hier in Niedersachsen geschehen.“

AGRARPOLITIK, Glyphosat
und NATURSCHUTZ

Die Hebel, um dieses Ziel zu erreichen, liegen in der Hand von Brüssel. „Wir brauchen eine völlige Umstrukturierung der europäischen Agrar- und Subventionspolitik.“ Maßgebend für die Entscheidungen zur Förderung auf europäischer Ebene solle nicht die Fläche, sondern der gesellschaftliche Mehrwert wie Umwelt- und Wasserschutz sowie das Tierwohl sein. Auch die Umstellung auf ökologischen Landbau müsse finanziell unterstützt werden.

Die Frage, wie sie den Einsatz von Glyphosat beurteile, ist für von Cramon Anlass, auf eine benötigte Gesamtstrategie für eine reduzierte Pflanzenschutzanwendung hinzuweisen. „Das Verbot von Glyphosat wird da allein kaum reichen. Wir müssen Gelder in die Forschung geben, um die mechanische Unkrautregulierung zu verbessern und für alle Landwirte kostengünstig zugänglich zu machen.“

Der Ausweitung von Naturschutzgebieten und Biosphärenreservaten misst die Kandidatin einen hohen Stellenwert bei, denn „es erhöht nachweislich die Artenvielfalt und die Neubesiedelung mit stark gefährdeten Pflanzen- und Tierarten“.

„Insbesondere Biosphärenreservate können die wirtschaftliche Anbindung von ländlichen Gebieten im Bereich Tourismus, Vermarktung regionaler Produkte und Mobilität deutlich verbessern.“

VISION
für die Zukunft

Auch ihre Zukunftsvision von Europa im Bereich Natur und Umwelt verbindet Viola von Cramon eng mit den Bewohnern des ländlichen Raums. Für diese und speziell die Landwirte müsse es sich lohnen, eine ressourcenschonende Landwirtschaft zu betreiben, die Natur besser zu schützen sowie insgesamt für eine klimaschonende Wirtschaft zu arbeiten. Für dieses Ziel müssten die Politiker und Politikerinnen im Europäischen Parlament die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vorgeben. Das vorhandene Geld aus den Agrar- und Strukturfonds der EU umzulenken und neu zu programmieren, sei für diesen Zweck unerlässlich.

In Teil 1 der Interview-Reihe hat Lena Düpont, die für die CDU im Europaparlament Politik machen will, die Fragen der CZ zur Öko-Politik beantwortet.

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