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Celle Stadt Perücken für Richter gibt es lange nicht mehr
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Perücken für Richter gibt es lange nicht mehr
18:00 14.02.2020
Rund 100 Kinder waren bei der Exkursions-Vorlesung im Celler OLG bei Rainer Derks zu Gast. Quelle: Tessa Twele
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Celle

Als wir heute am Oberlandesgericht waren, hat uns Dr. Rainer Derks, Richter am Oberlandesgericht, zum Thema „Wozu brauchen wir Gerichte und wie läuft ein Gerichtsverfahren ab?“ viele Fragen beantwortet.

In einem Prozess gibt es den Angeklagten mit seinem Verteidiger und auf der anderen Seite den Staatsanwalt. Es gibt den oder die Zeugen und dann noch einen Protokollführer. Meist sind auch Polizisten/Wachmeister im Saal. Außerdem gibt es natürlich den Richter oder die Richterin. Den Richter erkennt man an der schwarz-weißen Robe. In vielen Filmen tragen die Richter eine weiße, lockige Perücke. Das gibt es aber in Deutschland schon lange nicht mehr.

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Je schwerer der Tatvorwurf ist, desto mehr Polizisten sind vor Ort. Herrn Langfinger wird vorgeworfen, dass er 100 Euro geklaut haben soll. Hier wären weniger Polizisten dabei, als wenn Herrn Einbrecher vorgeworfen wird, dass er zwei Menschen ermordet haben soll.

Im Oberlandesgericht gibt es mehr als 150.000 Bücher, in denen Gesetze, Erklärungen und alte Gerichtsverhandlungen stehen. Wenn ein Richter sich nicht sicher ist, was das Gesetz bedeutet, dann kann er dort nachlesen. Oder wenn sie zum Beispiel eine schwierige Verhandlung haben, können sie in den Büchern nachschauen, ob es schon mal so einen ähnlichen Fall gab und dann gucken, was dort für ein Urteil gesprochen wurde.

Eine Gerichtsverhandlung läuft ungefähr so ab: Akten prüfen, Rechtslage anhand der Gesetze prüfen, mündliche Anhörung, Beweise prüfen und schließlich das Urteil fällen.

Bei einigen Gerichtsverhandlungen darf man zugucken. Ab 14 Jahren ist man strafmündig, das heißt, dass man ab dem Alter mit einer Freiheitsstrafe bestraft werden kann.

Hier der Bericht von Clemens Swickis

Keinen Hammer im Gericht

Heute, am 11. Februar, war eine Exkursion mit der Celler Kinder-Uni, und zwar im Oberlandesgericht Celle. Zuerst wurden wir in einen Saal mit einer Leinwand mit dem Kinder-Uni-Logo darauf und einem großen Bücherregal geführt. Dann erschien auf der Leinwand die Frage: Wozu brauchen wir Gerichte? Erstmal sagte uns der Richter vom Oberlandesgericht, das Dienstag und Mittwoch hier viel Betrieb ist, weil gerade ein Verfahren läuft.

Ein Kind hatte sich auf den Zeugenstuhl im Saal gesetzt und der Richter hat ihm das gesagt. Ein anderes Kind fragte dann, was ein Zeuge ist. „Ein Zeuge ist einer, der den Tatvorgang mitverfolgt hat“ sagte der Mann. Anschließend kam er wieder zur Ursprungsfrage. „Wenn es Streit gibt, greift zuerst die Polizei, dann gegebenenfalls ein Anwalt und dann das Gericht ein. Falls etwas verbrochen wurde, wird zuerst die Polizei eingeschaltet, dann die Staatsanwaltschaft und erst dann das Gericht.

Dann wurde per Leinwand gefragt, wie ein Gerichtsverfahren abläuft: Zuerst werden von der Security alle Verhältnisse geordnet. Dann gibt es viele Leute die am Computer arbeiten und zum Schluss trifft der Richter die Entscheidung, wer für was verurteilt wird. In manchen Ländern gibt es sogar noch die Todesstrafe, geköpft zu werden, aber zum Glück nicht mehr hier in ganz Europa. Übrigens gibt es keine Hämmer mehr hier in Deutschland, um Ruhe zu schaffen. Übrigens wurden früher bei Gerichten Perücken getragen, die damals umgerechnet mehrere 1000 Euro kosteten. Dann gibt es auch noch Roben, die es in schwarz, Grautönen und in blau gibt.

Die einzelnen Robenfarben bestimmen, um welches Gericht es sich handelt. Man darf sogar bei einem Gericht zuschauen. Dann wurde die Frage gestellt, was Gesetze sind: Gesetze sind eine Art Regel, in denen mitunter steht, wie bei einem Gericht gehandelt wird. Was mich erstaunte, war, dass ein Gericht bis zu zwei Jahren in Anspruch nehmen kann. Dann durften die Kinder in den Hochsicherheitstrakt, um den Gerichtssaal zu besichtigen. Links war ein Glaskasten, in denen die Angeklagten normalerweise sitzen, vorne war ein großer Schreibtisch für fünf Richter und an der Seite waren Stühle für Angeklagtenverteidiger und Übersetzer. In der Mitte waren Zuschauerstühle.

Von Tjorge Peters und Clemens Swickis

Gunther Meinrenken 14.02.2020
Dagny Siebke 14.02.2020
Jürgen Poestges 14.02.2020
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