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Celle Stadt Eltern sorgen sich um Kita-Zukunft
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Eltern sorgen sich um Kita-Zukunft
12:00 04.05.2019
Von Gunther Meinrenken
Die Kita-Planung der Stadt sorgt bei den Eltern in Scheuen für Unmut und Unverständnis. Quelle: Jens Büttner
Celle

"Gemütlich" geht es zu im Scheuener Zwergenhaus. Und diese besondere Atmosphäre schätzen die Eltern der 25 Kindergarten- und 15 Krippenkinder, die dort betreut werden. Doch im Augenblick machen sich die Erziehungsberechtigten Sorgen um ihren Nachwuchs, denn die Tage des Zwergenhauses sind gezählt. Die Stadt möchte die Einrichtung mittelfristig schließen und die Kinder in einer neuen Einrichtung, die im Neubaugebiet Im Tale gebaut werden soll, unterbringen. Die Eltern sind sauer und beunruhigt.

Mietvertrag nicht verlängert

"Wir haben von der Schließung vom Vermieter erfahren", regt sich Lisa Henze, eine der Elternvertreterinnen, auf. Der Inhaber der Immobilie hatte den Eltern ein Schreiben zur Verfügung gestellt, in dem die Stadt mitteilt, den Mietvertrag zum 31. März 2020 auslaufen zu lassen. Bei den Verhandlungen über eine Verlängerung hatten sich beide Seiten nicht einigen können. Die Eltern waren geschockt.

"Wir können überhaupt nicht verstehen, warum wir nicht informiert worden sind. Als wir bei der Stadt nachgefragt haben, haben wir widersprüchliche Angaben erhalten", so Henze. Unter anderem sei mitgeteilt worden, dass die
Stadt in Groß Hehlen eine neue Kita bauen werde. "Die wird doch niemals fertig werden, wenn das Zwergenhaus im kommenden Jahr geschlossen wird", sagt Henze.

Bei Info-Veranstaltung unter sich

Die Elternvertreterinnen schrieben an einen offenen Brief und luden Vertreter der Parteien und der Stadtverwaltung, darunter Oberbürgermeister Jörg Nigge, zu einer Info-Veranstaltung ein. Doch dabei blieben sie fast unter sich. Lediglich Bernd Zobel (Grüne) erschien.

"Der Umgang der städtischen Verwaltung mit der Kita Zwergenhaus ist befremdlich. Schließungspläne werden erarbeitet und die betroffenen Eltern werden im Unklaren gelassen und vertröstet. Auf einer einberufenen Informationsveranstaltung glänzen Verwaltung und Ortsbürgermeister durch Abwesenheit. Das ist kein vertrauenswürdiger und respektvoller Umgang mit den betroffenen Eltern", findet Zobel, der es als "erstaunlich" bezeichnet, "dass in Zeiten eines Kita-Platzmangels eine gutarbeitende Kita mit 15 Krippen- und 25 Kitaplätzen Ende März 2020 vor dem Aus steht, da der auslaufende Mietvertrag seitens der Stadt nicht verlängert wurde."

Platzgarantie in neuer Kita

Im Neuen Rathaus versucht Myriam Meißner die Gemüter zu beruhigen. Erste gute Nachricht: Die Verhandlungen mit dem Vermieter seien wieder aufgenommen worden. Für Kinder, Eltern und Erzieher solle ein reibungsloser Übergang – ohne Zwischenlösungen, Container oder ähnliches – möglich gemacht werden.

Fakt bleibt allerdings: Die Stadt wird im Neubaugebiet im Tale eine neue Einrichtung mit insgesamt 80 Plätzen bauen und dort sollen die Scheuener Kinder in etwa zwei Jahren betreut werden. "Die Übernahme der Kinder in die Einrichtung in Groß Hehlen ist garantiert", verspricht Meißner, die zudem argumentiert: "Die neue Kita ist doppelt so groß wie das Zwergenhaus. Das hat den Vorteil, eine größere Verlässlichkeit bei der Versorgung mit pädagogischen Kräften bieten zu können."

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