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Celle Stadt Kinderpornos: Rentner verurteilt
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Kinderpornos: Rentner verurteilt
12:53 20.07.2011
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Celle Stadt

Der gebürtige Duisburger übernahm weitestgehend selbst die Aufgaben seines Verteidigers, indem er sich äußerst intensiv zu den achtzehn vorgeworfenen Straftaten einließ. Er habe schon „das ganze Strafgesetzbuch abgearbeitet“, so der vielfach Vorbestrafte, der insgesamt 23 Jahre seines Lebens in Haft verbracht hat. Aber für keines der vorangegangenen Delikte, darunter auch Banküberfälle, schäme er sich so, wie für die beklagten Taten, erklärte er in der Hauptverhandlung.

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Vor fünf Jahren habe er nach seiner Entlassung aus der letzten, knapp dreizehnjährigen Haftstrafe nach langem Überreden seitens seiner Familie einen PC angeschafft. Den Umgang mit dem Computer habe er sich selbst beigebracht, betonte der ehemalige Bäcker und Konditor. Nach eigenen Angaben sei er „völlig ungefiltert und kritiklos“ auf die gewalt-, tier- und kinderpornographischen Seiten gelangt. Er habe irgendwann von einem Teilnehmer ein Bild angeboten bekommen und „nur aus reiner Neugier“ zugestimmt. Bis dahin habe er gar nicht gewusst, dass es sowas überhaupt gibt. Getauscht habe er die Bilder nur, weil er nach seinem Empfinden „in der Bringschuld gestanden hätte“, so der dreifache Familienvater

Das kinderpornographische Video will er aber nie angeschaut haben; er habe sogar versucht, es zu löschen, was ihm nicht gelungen sei. Auch erklärte er, jede der über Hundert empfangenen Dateien sofort wieder gelöscht und sie ungewollt im Hintergrund abgespeichert zu haben.

Ein zur näheren Aufklärung geladener Sachverständiger konnte aus Krankheitsgründen nicht angehört werden. Auf dessen Aussage konnte das Strafgericht aber verzichten, da der Angeklagte die begangenen Taten einräumte. Er muss jetzt zusätzlich zu den Bewährungsauflagen 720 Euro an den Deutschen Kinderschutzbund zahlen.

Von Anke Prause