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Celle Stadt Knackpunkt Kopftuch: Syrerin sucht Ausbildungsplatz in Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Knackpunkt Kopftuch: Syrerin sucht Ausbildungsplatz in Celle
18:24 17.01.2018
Von Dagny Siebke
Führerschein, Realschulabschluss und die Sprachmittlerschulung hat Aya Damlakhi schon in der Tasche. Nur beim Thema Kopftuch könnten Celler offener sein, findet die 19-Jährige.  Quelle: Dagny Siebke
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Nach dem erweiterten Realschulabschluss in Bergen hat Aya Damlakhi zehn Bewerbungen geschrieben. Zwei Mal wurde sie zum Gespräch eingeladen. "Zwei Wochen lang habe ich in einer Apotheke ein Praktikum gemacht und dann habe ich mich noch in einer Arztpraxis vorgestellt", erzählt die gebürtige Syrerin. "Jedes Mal hat man am Ende zu mir gesagt: Wir würden dich gerne nehmen – aber nur, wenn du dein Kopftuch abnimmst."

Doch dazu war die 19-Jährige nicht bereit. "Hier in Deutschland denken die Leute, dass das Tragen des Kopftuches kulturabhängig ist", erläutert Aya Damlakhi. "Dabei ist es für mich eine Sache, die von Herzen kommt und die von meiner Religion abhängt. Da ich mich als Muslimin verstehe, muss ich ein Kopftuch tragen. Schließlich steht es so im Koran."

Seit vier Jahren trägt Aya Damlakhi das Kopftuch, passend zur Kleidung wählt sie die Farbe aus. "Es war überhaupt nicht so, dass mein Vater mir gesagt hat, dass ich das Kopftuch tragen muss. Ich habe das selbst so entschieden", betont sie. Niemals würde sie wegen der Arbeit das Kopftuch abnehmen. "Wenn man etwas wirklich will, bekommt man es auch", ist sich die Geflüchtete sicher. Sie müsse nur Geduld mitbringen. "Eine Freundin von mir hat neulich in Köln einen Ausbildungsplatz bei einer Bank bekommen und darf dort weiter ihr Kopftuch tragen."

Erst seit Kurzem hat sie den Führerschein in der Tasche, hat eine Fortbildung zur Sprachmittlerin für Arabisch besucht. Und seit Mitte Dezember macht Aya Damlakhi zur Überbrückung einen Bundesfreiwilligendienst bei der Diakonie Celle. "Wenn etwas nicht klappt, mache ich eine andere Sache", sagt die 19-Jährige selbstbewusst. Sie unterstützt nun die Koordinatorin für die Flüchtlingsarbeit im Kirchenkreis Celle. Der Freiwilligendienst für Geflüchtete ist als eine Bildungs- und Orientierungszeit gedacht, die helfen soll, das Leben in Deutschland besser kennen zu lernen.

"Mir macht die Arbeit viel Spaß. Ich möchte anderen Flüchtlingen bei der Integration helfen." Dazu organisiert sie gerade ein Frauenfrühstück, bei dem sich Syrerinnen und Cellerinnen austauschen können. "Viele Geflüchtete können die Sprache schon sehr gut, aber es gibt noch einige kulturelle Unterschiede", erklärt sie. Zum Beispiel ist Pünktlichkeit so ein Thema im Alltag. "Manche Celler sind auch irritiert, wenn Kinder nicht mehr Gabel und Messer essen", ergänzt sie.

Wahrscheinlich wird auch das Tragen des Kopftuchs beim Frauenfrühstück Thema sein. "Nur weil Frauen ein Kopftuch tragen, heißt das nicht, dass sie nur zu Hause sind und auf ihre Kinder aufpassen müssen. Auch mit Kopftuch kann man beruflich alles schaffen", will Aya Damlakhi vermitteln. Sie hofft, dass die Celler sich auch anderen Religionen gegenüber öffnen. "Ich werde mich wieder bewerben und vielleicht im Sommer einen Ausbildungsplatz finden."

Monatelang hat sie dafür gekämpft, am vergangenen Freitag bekam Feleknas Uca nun die offizielle Bestätigung: Die aus Celle stammende Abgeordnete der pro-kurdischen HDP darf die Türkei verlassen und nach Deutschland ausreisen. „Das war eine große Überraschung für mich“, sagt die 40-Jährige, die sich derzeit in der Residenzstadt aufhält. Dennoch will Uca in die Türkei zurückkehren. Am 13. März soll sie sich in Diyarbakir vor Gericht verantworten. Der Vorwurf: Mitgliedschaft in einer bewaffneten terroristischen Organisation. Der Kurdin mit deutschem und türkischem Pass drohen bis zu 15 Jahre Haft.

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