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Celle Stadt Das Netz bleibt leer – der Magen nicht
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Das Netz bleibt leer – der Magen nicht
18:06 14.07.2019
Von Benjamin Behrens
Beim Kolkausfischen ging den Schützen kein Fisch ins Netz - gute Laune hatten sie trotzdem. Quelle: Benjamin Behrens
Celle

Vorsichtig kraxeln Ralph Gröne und Thomas Fiedler den Abhang in Richtung Mühlenkolk hinab. Die Steigung ist nass vom Regen – allein vielleicht kein Problem, aber die beiden Altstädter Schützen haben noch die Kanone für den Salutschuss dabei. Der gehört beim traditionellen Kolkausfischen der Altstädter Schützen ebenso dazu wie das Verlesen der Weisung an die Festwirte, kein gepanschtes Bier auszuschenken. „Jetzt geht es los hier“, ruft Gröne, als ein Windstoß ihm den Zylinder vom Kopf reißt. Schnell hinterher, das gute Stück gehörte dem Uropa.

Mit Böllerschuss ins See gestochen

Ein Stück weiter am Ufer wartet die Besatzung um Hans-Friedrich und Hermann Nölke auf den Böllerschuss, das Signal zum Ablegen. Neben den beiden Flussfischern sind noch Volker Schröder, Daniel Biermann und Detlef Wagner mit an Bord. Die drei Schützen werden nach und nach an den Ufern abgesetzt, jeder hält ein Netzende. Dann ist die wichtigste Qualität für jeden Angler gefragt: Geduld.

Kein Fisch geht ins Netz

Das Ruderboot kreuzt, immer wieder schlägt Hans-Friedrich Nölke mit einer Stange ins Nass, um die Fische in die Netze zu scheuchen. „Ich tippe, wir fangen sechs“, schätzt Vorsteher Rainer Legall und spannt seinen Regenschirm auf. Beim Ausmarsch wäre das undenkbar – beim Zuschauen völlig okay. Der Plan aber geht nicht auf, die Netze bleiben leer. „Das ist halt manchmal so. Wir haben nie betrogen und schon vorher was gefangen. Alles ehrliche Fischerei hier“, sagt Hans-Friedrich Nölke. Die Zuschauer am Ufer hatten dennoch ihren Spaß und verfolgten die Aktion bei dem einen oder anderen Getränk und Klängen des Musikzuges. Zu hören gab es unter anderem „Moskau“ von Dschinghis Khan.

Das Netz blieb leer - trotzdem war das traditionelle Kolkausfischen ein Erfolg.

Beim abendlichen Fischessen in der Congress Union werden die Teller trotz des fehlenden Fangs nicht leer bleiben. Bis dahin hilft Uwe Rasch von den Altstädter Schützen, den Hunger zu überbrücken – und gibt Rollmops und Korn aus. Alle langen kräftig zu: Die 120 Rollmöpse verschwinden in Rekordzeit.

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