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Celle Stadt „Große Kunst der Zurückhaltung“
Celle Aus der Stadt Celle Stadt „Große Kunst der Zurückhaltung“
14:59 11.01.2019
Celler Kammermusikring Quelle: Alex Sorokin
Celle

Manchmal fällt an einem musikalischen Abend Faszination und Irritation zusammen. Genau so war es am vergangenen Mittwoch beim Konzert des Celler Kammermusikrings im Schlosstheater mit dem Tenor Mauro Peter und dem 73-jährigen Helmut Deutsch am Klavier. Auf dem Programm ganz konventionell ausschließlich Werke von Robert Schumann: Fünf Einzellieder nach Gedichten von Chamisso, der Liederkreis op. 39 und der Zyklus „Dichterliebe“ nach Heine-Gedichten.

Eine große musikalische Einheit

Da gastierten also ein junger, aufstrebender Tenor und „der“ Klavierbegleiter seiner Generation schlechthin. Keinem Musiker der älteren Generation eilt als Liedbegleiter ein vergleichbarer Ruf voraus wie Deutsch. Schon in Achtzigern war er in seinem Bereich eine Institution, heute scheint er gar wie aus einer anderen Welt. „Und er setzt sich still hernieder, blickte finster, aber zauberte die schönsten Töne,“ so könnte man Deutschs Ausstrahlung zusammenfassen und ergänzen: Er spielte nicht einzelne Stücke, sondern verband in seinem Spiel die zu einem Zyklus gehörenden Lieder zu einer großen musikalischen Einheit, so dass ein großer Spannungsbogen innerhalb der dargebotenen Zyklen entstand ohne dass der Sänger etwas hätte dazutun müssen. Genau das war das Faszinierende an Deutschs Spiel.

Eine eigene Lesart der Musik

Deutsch bereitete dem Sänger den Boden durch ein Spiel, das diesem genügend Freiraum zur eigenen Gestaltung lässt. Der Begleiter setzt in den einzelnen Liedern kaum einmal einen eigenen Akzent. Da hält er sich so arg zurück, dass man sich manchmal gar etwas mehr Präsenz seines Spiels wünschte, aber auf der anderen Seite ist Deutschs Musizieren bezogen auf die Poesie von Text und Musik und den Spannungsverlauf dermaßen dicht, dass man im Moment des Hörens nichts vermisst. Keine Frage: Das ist große Kunst. Und teilweise eben auch eine große Kunst der Zurückhaltung. Und genau da wird dieses Konzert dann doch auch problematisch. Deutschs Spiel erhält seine Krönung nämlich erst dann, wenn der Sänger persönlichkeitsstark mit einer eigenen Lesart der Musik zu überzeugen in der Lage ist. Genau das war aber an diesem Abend nur bedingt der Fall. Beim eingangs gesungenen Liederkreis blieb stimmlich vieles flach und ausdrucksmäßig zu dürftig. Da zeigte Mauro Peter zu wenig Stimmcharakter und Gestaltungskunst.

Ausgewogene und geschmackvolle Wiedergabe

Stärker wurde Mauro dann bei den Chamisso-Liedern, die er jeweils zu einem Mikrodrama gestaltete und somit eben auch den ihm von Deutsch gelassenen Freiraum gut nutzte ohne zu überziehen. Das war meisterhaft. Und bei der „Dichterliebe“ war es dann so, dass das wie abgeschottete Spiel von Deutsch den nun auch stimmlich frei und flexibel agierenden Sänger fast etwas hemmte statt diesen zu musikalischen Höchstleistungen zu animieren. Eindrucksvoll erschien die in jeder Hinsicht ausgewogene und geschmackvolle Wiedergabe der Lieder als Ganzes aber insgesamt schon, emotional geben diese Lieder jedoch noch mehr her. Das war Faszination und Irritation in einem.

Von Reinald Hanke

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