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Celle Stadt Handwerkerin im Weinberg des Herrn
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Handwerkerin im Weinberg des Herrn
15:55 13.12.2018
Hat den Rhythmus im Blut: Chorleiterin Sandra Graß von der Katholischen Schule. Quelle: Oliver Knoblich
Celle

Die Chorleiterin Sandra Graß von der Katholischen Schule in Celle, demonstriert ein gelassenes Selbstbewusstsein, wenn sie zum Abschluss eines langen Gesprächs zum Thema Schulmusik und Chorsingen, erwähnt, dass es zwar sehr schön sei, wenn diese Arbeit auch öffentlich gewürdigt wird, aber es letztlich gar nicht so wichtig sei, wann der Text zu ihrer Chorarbeit in der Zeitung erscheint: „Wissen Sie, der Eintrittskartenverkauf läuft bestens, wie auch in den letzten Jahren. Es gibt zwar noch ein paar Restkarten, aber die allermeisten guten Plätze sind bereits vergeben. Und der kleine Rest wird dann bestimmt noch kurzfristig an der Abendkasse verkauft werden.“ Glücklich, wer sich solche Gelassenheit erlauben kann. Seit fast zwanzig Jahren gibt es nun die traditionellen Weihnachtskonzerte der Katholischen Grundschule in Celle. Und sie sind inzwischen zu einer festen Größe im vorweihnachtlichen Kulturleben der Stadt geworden.

Drei Stunden Musikunterricht in der Woche

Als Sandra Graß im Jahr 1999 an die Schule kam hat sie einen kleinen, aber sehr feinen Kinderchor vorgefunden und schnell entschlossen, dass sie darauf aufbauend, möglichst die ganze Schülerschaft zu einem einzigen großen Chor verbinden möchte. Graß versteht nämlich Chorsingen nicht nur als eine rein musikalische Aufgabe, sondern als eine allgemein pädagogische Sache. Also trat die Schule dem damals noch ganz neuen niedersachsenweiten Chorklassenkonzept bei. Seitdem haben alle Klassen verbindlich drei Stunden Musikunterricht in der Woche, davon zwei als Chorstunden. Dabei darf aber das Chorsingen aber nicht als reines Singen verstanden werden, denn Graß sieht das Chorsingen ganzheitlich.

Singen mit Bewegung

Darauf angesprochen, wie sie das versteht, kommt sie sofort ins Erzählen und Erklären und man erfährt Dinge, die dem Außenstehenden nicht unbedingt klar sind. Zum Beispiel, dass eine spätere Lese- und Rechtschreibschwäche laut inzwischen unbestrittenen Forschungsergebnissen unter anderem zusammen mit mangelnden Rhythmuserfahrungen und fehlender vorgeburtlicher Musikalisierung im Mutterleib zusammen hängt. Und deshalb kann man auch, weiter gedacht, Problemen beim Lesen und Rechtschreiben nicht nur direkt entgegenwirken, sondern auch indem man mit Grundschulkindern nicht nur normal singt, sondern das Singen von vornherein auch mit rhythmischen Bewegungen und überhaupt Bewegungen verbindet. Darum ist das Singen in der Katholischen Schule auch keineswegs nur ein Singen im Stehen, sondern aus Prinzip und Überzeugung ein Singen mit Bewegung oder in Bewegung. Welche positiven Folgen das für den allgemeinen Unterricht hat, das lässt Sandra Graß geradezu ins Schwärmen kommen.

300-jähriges Jubiläum

Die letzten Tage vor dem Weihnachtskonzert forderten der Chorleiterin Graß einiges mehr ab als ihr der ohnehin umfangreiche Schulalltag abverlangt. Schließlich ist sie nicht nur Musiklehrerin. Sie ist auch Konrektorin an dieser Schule, die dieses Jahr ihr 300-jähriges Jubiläum feiert. Und das ist auch der Anlass dafür, dass dieses Jahr erstmals auch etliche ehemalige Grundschüler eingeladen wurden, bei diesem Konzert mitzuwirken und deshalb sogar von ihren jetzigen weiterbildenden Schulen zu einer abschließenden Probe während der Unterrichtszeit am vergangenen Freitag frei bekommen haben. Ausdrücklich dankt Graß den diversen betroffenen Schulleitungen dafür. Graß sieht sich glücklich in der Tatsache, dass in den Celler Gymnasien ihre Chorarbeit auf andere, aber eben auch sehr fruchtbare Weise weitergeführt wird. Sie beklagt sich nicht darüber, dass es keine katholische Kinderkantorei gibt, an die sie ihre begabtesten Kinder abgeben kann, sondern freut sich daran, dass sie merkt, wie viele ihre Chorschüler an anderen Schulen und deren Chören oder auch durch andere musikalischen Aktivitäten fortführen.

Etwas fürs spätere Leben gewinnen

„Die Hauptsache ist doch, dass die Kinder durch die Musik etwas für ihr späteres Leben gewinnen. Und ich glaube, dass das doch einigermaßen gut gelingt bei uns.“ Und erwähnt dann auch noch, dass sowohl Fenja Münzberger als auch Tanja Meyer sie bei ihrer Arbeit überaus kompetent unterstützen. Da ist sie dann bei allem Selbstbewusstsein dann doch bescheiden. Und sieht sich ganz als musikalische Handwerkerin im Weinberg des Herrn. Und eben im Dienst an der Erziehung eines musikalischen und generell glücklichen Nachwuchses.

Von Reinald Hanke

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