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Celle Stadt Klangbilder von sonniger Natur
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Klangbilder von sonniger Natur
13:12 15.04.2019
Das Rotary-Orchesters Deutschland – unter Gastdirigentin Friederike Kienle – in der Congress Union Celle. Quelle: David Borghoff
Celle

„Rotary bewegt die Welt“ erinnerte Stefan Schostok, Schirmherr der Benefizkonzerte des Rotary-Orchesters Deutschland in Hannover und Celle. Nach dem Auftritt am Samstag in der Landeshauptstadt spielte das Kammerorchester am Sonntag auf Einladung der beiden Rotary Clubs im Saal der Congress Union in Celle. Und das bewegte zumindest die Freunde klassischer Musik, die mit der Vorfreude auf das Programm mit Werken von Mozart und Schubert zahlreich zu dieser besonderen Matinee gekommen waren.

Bewundernswert souverän und sicher

Und – das sei vorweggenommen – sie wurden nicht enttäuscht. War die Ouverture zu „La Clemenza di Tito“ (die letzte Oper, die Wolfgang Amadeus Mozart schrieb) noch etwas verhalten, wuchs das Ensemble bei dem folgenden Klarinetten-Konzert A-Dur von Mozart (KV 622) mit seiner Aufgabe und spielte sich unter der ambitionierten Leitung der Gastdirigentin Friederike Kienle frei. Gemeinsam mit der wunderbaren jungen Leandra Brehm (mehrfache Preisträgerin und seit 2018 stellvertretende Soloklarinettistin im Philharmonischen Staatsorchester Mainz) gelang so ein wirkliches Highlight. Leicht, luftig mit einer Prise verspielter Koketterie, wie Mozart das Stück angedacht haben mag, präsentierte sich die 26-jährige Solistin. Von Nervosität keine Spur. Im Gegenteil, bewundernswert souverän und sicher, ja vertraut bewegte sich Brehm mit dem beinahe samtenen Klang ihre Instruments durch die Sätze – gefühlvoll mit perfekter Intonierung, jeden Ton klar anspielend, selbst in den schnellsten Läufen, Trillern und Verzierungen präzise. Ein konzertanter Genuss.

Temporeich, aber nicht getrieben

Dass das Rotary-Kammer-Orchester auch ohne hervorragende Solistin musikalisch strahlen kann, bewies es nach der Pause mit einer wunderbar gelungenen 3. Sinfonie D-Dur D 200 von Franz Schubert. Zwischen fulminant und lieblich, temperamentvollem Aufwallen und träumerischer Idylle – wie es so ein typisches Stück der Romantik in sich trägt, gelang es den Musikern in gekonntem, harmonischem Zusammenspiel Klangbilder von sonniger Natur – übermütige Reiter auf der Jagd, Waldhörner, tirilierende Vögel, Bachgeplätscher – zu malen. Dialogstränge und Nachhall zwischen Streichern und Blech – von der Flöte bis zur Pauke, alles im Einsatz – temporeich, aber nicht getrieben, gut im Leisen wie im Lauten: Hier darf sich das Ensemble selbstbewusst mit Berufsorchestern messen.

Drei Doppelkonzerte im Jahr

Denn das Rotary-Orchester setzt sich aus versierten Amateur-Musikern aus ganz Deutschland zusammen und wurde 1996 gegründet. Auch das Celler Ehepaar Helga und Peter Schmid gehört (wie noch zwei weitere Celler Musiker) dazu. Er spielt Cello und gehört bereits seit 1998 zum Ensemble. Als Lehrerin konnte sie zunächst nicht folgen, doch 2006 kam auch Helga Schmid mit ihrer Bratsche zum Orchester. „Wir sind als einziges Ehepaar dabei. Seit meiner Pensionierung können wir gemeinsam mit dem Orchester reisen, das genießen wir sehr.“ Drei Doppelkonzerte im Jahr spielt das Rotary-Kammerorchester. Die ausgewählten Stücke werden zunächst zuhause eingeübt. Fünf Tage vor den Auftritten kommen die Musiker dann aus allen Ecken Deutschlands am Spielort zusammen und proben intensiv, täglich sechs Stunden, gemeinsam. Die Kosten für Fahrt und Logis übernimmt jeder einzelne selbst. Die Einnahmen aus dem Kartenverkauf sind jeweils für einen guten Zweck bestimmt. Der Erlös in Celle geht diesmal an das Onkologische Forum.

Von Doris Hennies

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