Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Klavierkonzert mit unterschiedlichen Eindrücken
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Klavierkonzert mit unterschiedlichen Eindrücken
13:13 15.03.2019
Vera Andrianova spielte im Sophien-Stift Beethoven und Mussorgsky. Quelle: David Borghoff
Celle

Vera Andrianova, eine junge russische Pianistin aus Petersburg, die nach Studienjahren an der heimischen Musikhochschule und in Hannover nun in Weimar vor ihrem Abschluss steht, spielte dieser Tage im Celler Sophien-Stift. Das Konzert wurde zu einem Erlebnis mit unterschiedlichen Eindrücken. Zwei sehr bekannte Werke des klassischen und spätromantischen Repertoires standen auf dem Programm: Zunächst Ludwig van Beethovens „Sonata quasi una Fantasia“ opus 27.2, zumeist „Mondscheinsonate“ genannt, und ein Werk, das in der von fremder Hand instrumentierten Orchesterfassung fast jeder kennt: Modest Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung“. Im Original ist das ein Stück für Klavier und verlangt nicht nur eine enorme Ausdauer, Sprungsicherheit und akkordische Grifffähigkeiten, sondern auch große Gestaltungskunst. Das Stück ist pianistisch sperrig, aber gerade weil der Komponist sich nicht um gute Spielbarkeit gekümmert hat, birgt es Herausforderungen, denen sich nicht jeder professionelle Klavierspieler aussetzen will.

Andrianova hat sich dieses Stückes angenommen und demonstrierte eine bewundernswerte Spannkraft und technische Souveränität. Sie präsentierte darüber hinaus eine enorme Fähigkeit, sich auf die teilweise sehr unterschiedlichen Stücke einzustellen und jeweils annähernd das Optimum aus dem Notentext herauszuholen, ohne dabei den musikalischen Bezug des Einzelnen zum großen Ganzen aus den Augen oder besser Ohren zu verlieren. Dass Andrianova die Tendenz zeigte, eher zu laut als zu leise zu spielen, das mag am Schimmel-Flügel liegen, der eine schöne Eigencharakteristik zeigte, jedoch in der Höhe etwas klirrte und knallte, dafür aber in der Tiefe flach im Klang blieb. Und die Repetitionstechnik des Instrumentes erwies sich für Mussorgskys Stück nicht präzise genug. Die große Schlusssteigerung im „Großen Tor von Kiew“ gelang Andrianova hervorragend, jedoch verschenkte sie die Schlusswirkung, indem sie zu früh so laut wurde, dass keine Steigerung mehr möglich war. Schade, denn insgesamt war die Aufführung beeindruckend.

Der Beethoven vorab war nicht annähernd so gut. Die gebrochenen Dreiklänge des ersten Satzes müssten über weite Strecken fahl klingen, um daraus dezent, aber deutlich die Melodie herausarbeiten zu können. Leider gerieten diese Akkordbrechungen meist zu laut, weshalb dann nicht selten die oben drüber gelegte Melodiestimme fast aufdringlich kräftig gespielt werden musste. Im zweiten Satz fehlten der Charme des Stückes und die Leichtigkeit. Dem geradezu wilden pianistischen Ritt im Schlusssatz hingegen fehlte die Wucht und Kraft der so oft am Ende einer Phrase hingedonnerten Akkorde. Dieser Beethoven-Interpretation fehlte viel zu musikalischer Wahrhaftigkeit. Wie gut, dass noch der Mussorgsky folgte.

Von Reinald Hanke

Die Blumläger Grundschul-AG "Umweltchecker" macht den Großen vor, wie man sich um die Natur kümmert.

15.03.2019

Auf der ganzen Welt demonstrieren am Freitag wieder Schüler unter dem Motto "Fridays for Future". Auch der Protest in Celle geht weiter – in Grün.

Christian Link 15.03.2019

Man kennt ihn aus dem "Mitternachtsspitzen" im Fernsehen als frechen Kabarettisten. Am 31. März ist er in der CD-Kaserne live zu bewundern.

Jürgen Poestges 15.03.2019