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Celle Stadt Musik in neuer Dimension
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Musik in neuer Dimension
10:09 12.06.2019
Die Celler Stadtkantorei unter der Leitung von Stephan Doormann (Foto) führt "Elias" in der Celler Stadtkirche auf. Quelle: Karin Dröse
Celle Stadt

Wer mit dem Leiter der Celler Stadtkantorei, Stephan Doormann, über seine Arbeit als Musiker und Dirigent redet, der hat es nicht leicht, diese starke Persönlichkeit in ein Gespräch zu verwickeln, das für einen Normalleser einer Zeitung von Interesse sein könnte. Das ist nicht deshalb so, weil Doormann arrogant oder abgehoben argumentieren oder sprechen würde, sondern weil Doormanns Sprechen über Musik immer geprägt ist von einer sehr tiefgehenden Auseinandersetzung mit ihr, die er nicht zu verflachen bereit ist. Und da er sich zumindest als Leiter der Stadtkantorei vorwiegend mit geistlicher Musik auseinandersetzt, ist bei ihm die theologische Dimension seines Tuns von großer Bedeutung. So redet er auch im Gespräch über Felix Mendelssohn Bartholdys Oratorium „Elias“, das er am Sonntag, 16. Juni, um 18 Uhr in der Celler Stadtkirchen aufführen wird, viel über die theologischen Deutungsfragen, die sich bei diesem Stück ergeben.

Chor wird zu romantischem Akteur

Dass dieses Stück auch musikalisch besonders interessant ist, das ist für ihn so selbstverständlich, dass man Doormann schon direkt darauf ansprechen muss: „Wissen Sie, der 'Paulus', das erste Oratorium Mendelssohns, desjenigen Musikers, der ja bekanntermaßen die Werke des fast komplett vergessenen Johann Sebastian Bach wieder ausgegraben hat, dieses Oratorium ist noch nah an den Bach-Passionen dran. Dort gibt es noch Choräle wie bei Bach. Im 'Elias' tritt das in den Hintergrund. Hier wird der Chor zu einem geradezu romantischen Akteur, der das Geschehen dramatisch gestaltet, vorantreibt, ja geradezu mitreißt. Ansatzweise kennen wir das bei Bach aus der 'Johannes-Passion', stärker ausgeprägt ist das bei den Händel-Oratorien. Aber hier erreicht diese Art des Umgangs mit der Musik eine neue Dimension. Es ist für mich eine wunderbare Sache, dieses Stück jetzt das erste Mal dirigieren zu können. Und mit der Celler Stadtkantorei, die sich so schön weiterentwickelt, den Solisten, allen voran Peter Kubik, aber auch dem Orchester habe ich Mitstreiter, die bestens mitziehen.“

Wunschkonzert-Hit

Doormann kommt dann geradezu ins Schwärmen, wenn er von den berühmtesten Stellen des Stücks spricht. Das „Hebe Deine Augen“ ist eine Art stiller, fast in sich gekehrter Wunschkonzert-Hit, bei dem aber seltsamerweise viele nicht wissen, dass es aus dem „Elias“ stammt. Dann schlägt er gleich den Bogen ins Theologische, versucht dem Gesprächspartner klar zu machen, dass für ihn, die Thematik des religiösen Eiferers so wichtig ist. Und dass die Figur des „Elias“ hier am eigenen Extremismus scheitert. „Er will alles selbst in die Hand nehmen, aber genau das schafft er nicht und scheitert dann.“

Wie das in Celle klingen wird, dürfte hörenswert werden. Doormann hat sich bisher noch immer als Dirigent erwiesen, der nicht nur sprachlich zu überzeugen weiß, sondern noch mehr musikalisch.

Von Reinald Hanke

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