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Celle Stadt Fast schon sachliche Interpretation
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Fast schon sachliche Interpretation
14:24 20.03.2019
Das Staatsorchester Braunschweig in der Celler Congress Union. Quelle: Oliver Knoblich
Celle

Ist das das gleiche Orchester, das einen Tag vorher in Braunschweig eine beeindruckende, außerordentlich geschlossene, von durchfühlter Musikalität geprägte dritte Sinfonie von Gustav Mahler gespielt hat? In Celle klang das gleiche Orchester in Bruckners dritter Sinfonie eher kantig, fast schon hart.

Viele kleine Spannungsbögen

Da ließ man sich außer im langsamen Satz kaum Zeit, um die weiten Bögen Bruckners langsam aufzubauen und wieder abzubauen. Der große Spannungsbogen wurde geopfert zugunsten von vielen kleinen Spannungsbögen. Diese wurden dafür teilweise geradezu dramatisch zugespitzt, manchmal aber auch nur vorgeführt, ohne dass man das Gefühl hatte, dass die Musiker sich dabei als Ausdruckskünstler verstehen. Das war ein seltsamer Eindruck, den man an diesem Abend in der Congress Union gewinnen konnte.

Gegen den Strich gespielt

Klar, nach der hervorragenden Mahler-Aufführung in Braunschweig waren die Erwartungen vielleicht unbewusst besonders hoch, die Enttäuschung dann vielleicht fast zu erwarten. Und doch: Diese beiden Abende einte etwas: Beide Hauptwerke des Abends wurden eher gegen den Strich gespielt, denn Mahlers Dritte ist ein Stück, das in seinem Wesen auseinanderdriftet und auch nicht selten genauso gespielt wird, nämlich als ein inhomogenes Stück, dessen einzelne Sätze nicht zu einer inneren Einheit zu verbinden sind.

Mystik ausgetrieben

Chefdirigent Srba Dinic hat in Braunschweig das Kunststück fertiggebracht, diese Sinfonie so spielen zu lassen, dass eine riesengroße geistige und klangliche Einheit entstanden ist. Gerd Schaller hingegen hat in Celle der Bruckner-Sinfonie die ihr so oft zugeschriebene Mystik ausgetrieben. Und auch die oft bei Bruckner gebrauchte Beschreibung von Musik als Klang gewordene Architektur passte bei dieser Interpretation nicht.

Tiefe der Musik fehlt

Fast schon sachlich kam diese Aufführung daher, dabei aber keineswegs analytisch. Eher auf den Punkt gebracht, dramatisch, aber letztlich konnte man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass da doch Wesentliches fehlte, nämlich die Tiefe dieser Musik, ihre Unergründbarkeit, die man entweder als gegeben hinnehmen und zu Klang machen muss, oder die man einfach ignoriert, weshalb man schließlich einen ganz anderen musikalischen Zugang zu dieser Musik finden muss.

Ob man diesen anderen Zugang zu Bruckner dann als Zuhörer teilt, das ist dann wieder eine ganz andere Frage. Keine Frage war, dass sich das Braunschweiger Orchester im Rahmen dieser Vorgaben bestens bewährt hat. Es ist schon aller Achtung wert, dass dieses Orchester inzwischen innerhalb kürzester Zeit zwei solch komplexe Werke zu hörenswerten Aufführungen bringen kann. Chapeau!

Solist Salomo Schweizer brilliert

Chapeau auch für den aus dem Orchester stammenden Solisten des Abends, für den Oboisten Salomo Schweizer, der in einem Haydn zu Unrecht zugeschriebenen Oboenkonzert wahrlich famos und dabei geradezu entspannt brillierte. Das Stück gibt zwar nicht allzu viel her an Substanz und kann wohl alleine schon deshalb nicht von Haydn sein, aber Schweizer spielte es bestens. Dass dieses Orchester einen dermaßen guten Solisten in seinen eigenen Reihen hat, das war eine positive Überraschung. Und zum Programmeinstieg gab es noch eine Ouvertüre von der Mendelssohn-Schwester Fanny Hensel. Das war sicher kein Meisterwerk, aber doch einfallsreicher und besser als manch unbekanntes Stück diverser männlicher Romantiker. Da freut man sich schon auf das Klavierkonzert von Clara Schumann im nächsten Konzert dieser Reihe, ein weiteres kaum bekanntes Werk einer Komponistin.

Von Reinald Hanke

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