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Celle Stadt Lieder voller Gefühl, Dramatik und Herzblut
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Lieder voller Gefühl, Dramatik und Herzblut
22:44 17.03.2019
Pianist Johannes Nies (rechts) und Bariton Dietmar Sander. Quelle: Joachim Bosmann
Celle

„Es ist uns eine Herzensangelegenheit“, beantworten der Pianist Johannes Nies und der Bariton Dietmar Sander die Frage, warum sie sich – obwohl sich für das „klassische Liedgut“ heute offenbar nur noch wenige begeistern – erneut auf Schubert und Schumann einlassen und eine erneute Reihe von erweiterten „Schubertiaden“ angehen. Der erste Abend fand am Freitag im Celler Beckmannsaal vor bedauerlich wenigen, dafür am Ende umso begeisterteren Zuhörern statt. Auf dem Programm stand ein „Best-of“ aus Franz Schuberts „Die Winterreise“ und „Die schöne Müllerin“.

Wie überzeugt und innig verbunden die beiden Musiker mit diesem Liedgut sind, bedurfte gar keiner verbalen Bestätigung: Mit jedem Flügel-Anschlag, mit jedem mal euphorisch, mal tragisch gehauchten Ton wurde deutlich: Hier ist Leidenschaft im Spiel. Mit einer Auswahl der weitgehend traurig-düsteren, ja tragischen Winterreise – Schuberts letztem Liederzyklus vor seinem frühen Tod – füllten Sander und Nies den ersten Teil des Konzerts. Die zugrundeliegende Dichtung von Wilhelm Müller erzählt von einem enttäuschten Wanderer, der nach einem enttäuschend-schmerzlichen Liebeserlebnis nachsinnend und ziellos aus der Stadt in die Winternacht zieht …

Auszug aus dem Epos der „schönen Müllerin"

Nach der Pause erwartete das Publikum dann Schuberts erster Liederzyklus: ein Auszug aus dem Epos der „schönen Müllerin“ – ein Müllergeselle frohgemut auf Wanderschaft, dorthin, wohin der Bach ihn führt: zur Mühle, wo er Arbeit findet und sich in die Tochter der Müllers verliebt. Leider wird aus Hoffen und Schwärmen schnell Eifersucht und Leid, als diese sich lieber dem Jäger, dem Nebenbuhler, zuwendet. Getroffen von Liebesleid, findet der Verschmähte im Bach sein Todesbett.

Zwischen Lebensfreude und Todessehnsucht

Sander und Nies gelingt es in ihrer Interpretation überzeugend, jede Nuance zwischen purer Lebensfreude und Todessehnsucht herauszuarbeiten – nicht nur klanglich. „Es ist nicht nur die Musik, die Komposition allein“, erklärt der empathische Sänger. „Es ist das Zusammenspiel zwischen Dichtung und vertonten Gefühlen, das überzeugt und – wenn man sich darauf einlässt und sich etwas intensiver damit beschäftigt – gefangen nimmt.“ Den Menschen seien auch heute starke Gefühle nicht fremd. „Man äußert sie nur anders. Das möchten wir mit unseren zusätzlichen Ausführungen und Informationen vermitteln. Wir würden uns wünschen, auch junge Leute in den Schulen – die Lieder stehen oft noch auf dem Lehrplan – mit einer solchen Konzertreihe zu erreichen“, sagt Sanders.

Die Gelegenheit gibt es am 26. April. Dann geht es um die Schubert-Vertonung von Werken des Celler Dichters Ernst Schulze.

Die weiteren „Schubertiaden“ finden an den Freitagen 26. April, 17. Mai und 7. Juni jeweils um 19 Uhr im Beckmannsaal, Magnusstraße 4, in Celle statt. Der Eintritt ist frei.

Von Doris Hennies

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