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Celle Stadt "Krank werden darf niemand"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt "Krank werden darf niemand"
21:11 03.09.2018
Von Gunther Meinrenken
Schüler demonstrieren gegen Lehrermangel. Quelle: Martin Schutt
Celle

Schlecht vorbereitet ist die Landesregierung im vergangenen Jahr in das neue Schuljahr gestartet. Um die Lehrerversorgung an den Grundschulen sicherzustellen, hatte das Kultusministerium ein Lehrerkarussell in Gang gesetzt. Abordnungen von Gymnasien an Oberschulen und von diesen an Grundschulen sollten die Lücken in der Unterrichtsversorgung schließen. Doch vielerorts wurde diese Hilfe zu spät in Gang gesetzt. Eine Umfrage an Celler Grundschulen ergibt aktuell: Der Lehrermangel ist noch lange nicht behoben, aber immerhin hat die Landesregierung dieses Jahr die Abordnungen früher auf den Weg gebracht. Dennoch: An den Grundschulen in der Stadt ist der Stundenplan Spitz auf Knopf gerechnet. Oder wie es ein Schulleiter, der seinen Namen nicht nennen möchte, formuliert: "Wir sind versorgt, aber krank werden darf niemand."

Priorität hat für die Grundschulen die Abdeckung des Unterrichts. Das scheint auch an den meisten Grundschulen gelungen zu sein. Allerdings gibt es für Angebote darüber hinaus so gut wie keine Kapazitäten mehr. Beispiel Altencelle: "Für den Ganztag oder den Förderunterricht in Mathe und Deutsch haben wir keine Lehrerstunden mehr übrig", sagt Konrektor Heinz Dröse. Im Ganztag würde dies durch FSJlerinnen aufgefangen. An der Hehlentorschule gibt es erst einmal keine Mittwochsprojekte für die Dritt- und Viertklässler. Und auch in Vorwerk fehlen "ein paar Stunden für den Ganztag".

Wie schon vor einem Jahr, fällt es schwer, freie Stellen durch reguläre Bewerber zu besetzen. An der Grundschule Vorwerk war eine Stelle ausgeschrieben. "Wir hatten keinen Bewerber. Erstmals mussten wir jetzt zwei Klassenleitungen durch Abordnungen besetzen", sagt Schulleiterin Kathrin Linneweh. An der Hehlentorschule hat es zwei freie Stellen gegeben. Schulleiter Detlev Soetbeer hatte immerhin zwei Bewerber, doch die haben sich für andere Schulen entschieden. "Eine ist heimatnah an eine Schule in einen Nachbarkreis gegangen, eine andere ist lieber in Hannover geblieben."

Gleich drei freie Stellen waren an der Blumläger Schule ausgeschrieben, sie wurden allesamt durch Abordnungen besetzt. An der Schule stellen letztere nun sogar den Großteil des Kollegiums. "Wir haben acht reguläre Kollegen und zehn Abordnungen", sagt Schulleiterin Petra Kornas, die sich auch wundert, dass es in diesem Jahr nicht wie sonst eine Liste mit Referendaren gab. Diese dürfen zwar nur sechs Stunden in der Woche unterrichten, haben dadurch aber schon für eine Entlastung des Kollegiums gesorgt. Und die eine oder andere Referendarin könne man so auch für eine spätere Anstellung an der Schule begeistern – ein nicht zu unterschätzender Vorteil, gerade in Zeiten des Lehrermangels, in denen es eh schon schwer fällt, den Nachwuchs nach Celle zu locken. Doch das wird dieses Jahr wegfallen.

Die Situation insgesamt ist etwas unübersichtlich. Auch auf Anfrage gibt das Kultusministerium für die einzelnen Schulen keine Zahlen heraus. "Der Bezugswert für die Personalplanung an Grundschulen in Celle liegt bei 100 Prozent", so Jasmin Schönberger. Dieser Wert sei vorläufig, da die Einstellungsverfahren noch liefen. Der Stand der Unterrichtsversorgung sei am Stichtag 23. August erhoben worden. Die Ergebnisse gibt es erfahrungsgemäß erst Monate später.

Insgesamt, so Schönberger, habe es mit Stand 13. August zehn ausgeschriebene Stellen an den Celler Grundschulen gegeben, davon seien neun besetzt und eine kapitalisiert worden, sprich die Schule bekommt Geld, um sich selbst Lehrerstunden einzukaufen. Das Ausmaß der Abordnungen betrug zu diesem Zeitpunkt 281 Stunden in der Woche. Das entspricht rechnerisch genau den zehn ausgeschriebenen Stellen.

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