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Celle Stadt Tote Maulwürfe: Tierschützer sind aufgewühlt
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Tote Maulwürfe: Tierschützer sind aufgewühlt
17:41 01.03.2019
Von Christian Link
Für Naturfreunde gelten Maulwürfe als Nützlinge. Das Grünflächenamt der Stadt Celle stuft die Insektenfresser dagegen als "Schädlinge" ein. Quelle: Marina Lohrbach - stock.adobe.com
Celle

Eine richtige Entschuldigung hört sich anders an. Aber immerhin verkündete Oberbürgermeister Jörg Nigge in einer Videobotschaft bei Facebook das Ende der Maulwurfstötungen im Französischen Garten. Den Tierschutzverbänden ist das aber nicht genug. Der Celler Tierschutzverein, der BUND sowie Peta wollen Strafanzeige stellen und die Stadtverwaltung zur Rechenschaft ziehen.

Der Vorwurf: Die Stadt Celle habe sich über den Artenschutz hinweggesetzt, indem sie sich selbst eine Sondererlaubnis erteilt hat. "Wir verurteilen diese Ausnahmegenehmigung eindeutig, zumal es sich weder um eine tierschutzkonforme noch nachhaltige Maßnahme handelt", sagte Cornelia Hardt, die Vorsitzende des Tierschutzvereins Celle Stadt und Land. Zudem liegt nach Ansicht des Vereins ein "grober Verstoß gegen das Tierschutzgesetz" vor, das die "Tötung von Wirbeltieren ohne vernünftigen Grund" verbietet. Außerdem stelle das Vergasen der Maulwürfe eine unnötig grausame Tötungsmethode dar. "Die Anzeige kommt", versicherte auch der BUND-Kreisvorsitzende Heinrich Lammers.

Die Tierrechtsorganisation Peta ging noch einen Schritt weiter. Die Aktivisten veröffentlichten im Internet neben Nigges E-Mail-Adresse auch einen Aufruf: "Bitte schreiben Sie eine freundliche E-Mail an den Oberbürgermeister der Stadt Celle, Jörg Nigge, und bitten Sie ihn, die Maulwurfstötungen zu unterlassen."

Polizei prüft Vorgang auch ohne Anzeige

Bei der Polizeiinspektion Celle war bis Freitagnachmittag allerdings noch keine Strafanzeige eingegangen. Nachdem die Beamten einen entsprechenden Hinweis erhalten hatten, ermitteln sie aber dennoch schon. "Der Vorgang befindet sich zur Prüfung im entsprechenden Fachkommissariat", sagte Polizeisprecherin Anne Hasselmann.

Die Stadtverwaltung lässt sich davon nicht beunruhigen. „Das Grünflächenamt hat auf bestehender Rechtsgrundlage ein in der Praxis gängiges Verfahren angewendet", hieß es aus dem Rathaus: "Grundsätzlich sehen wir keine Anhaltspunkte für ein Verfahren gegen diese Maßnahme."

Das niedersächsische Umweltministerium war auf CZ-Anfrage nicht zu einer Stellungnahme bereit. Dem Ministerium von Olaf Lies (SPD) obliegt die Fachaufsicht über die Untere Naturschutzbehörde der Stadt Celle, die dem Grünflächenamt die Ausnahmegenehmigung erteilte.

Celles Grünen-Fraktionchef Bernd Zobel bezeichnete die Maulwurftötung als inakzeptabel und kündigte an: "Im nächsten Verwaltungsausschuss werden wir das städtische Verhalten thematisieren." Zobel wartet immer noch auf eine befriedigende Erklärung, warum die Stadt eine Ausnahmegenehmigung erhalten hat. Er betonte: "Was für die Gartenfreundin und den Gartenfreund gilt, muss auch für die Stadt Celle gelten."

Was kostet ein Maulwurfleben?

Seit 1988 steht der Maulwurf unter Naturschutz und die Tötung eines Exemplars kann laut Bundesnaturschutzgesetz mit einer Geldbuße von bis zu 50.000 Euro geahndet werden. Doch das kommt offenbar selten vor, Präzedenzfälle sind kaum bekannt. 2014 verurteilte das Amtsgericht Detmold einen Rentner zu einer Geldbuße von 1500 Euro, weil er in seinem Garten mit 30 Zentimeter langen Nägeln auf Maulwurfsjagd ging. In zweiter Instanz kassierten die Richter jedoch das Urteil: Ohne Maulwurfsleichen sei dem Mann die Tötung nicht nachzuweisen. Weil er den Tieren verbotenerweise nachstellte, musste der Rentner "nur" noch 250 Euro zahlen.

Wie viele Maulwürfe in Celle getötet wurden, ist unklar. BUND-Chef Lammers geht davon aus, dass im Französischen Garten trotz der Vergiftungsaktion die halbe Population überlebt hat. Schließlich türmen sich dort täglich neue Maulwurfshügel auf. Lammers: "Zur Vergrämung muss die Stadt jetzt wieder Hausmittel einsetzen."

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