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Celle Stadt Künstlerverein Celle stellt Programm für erstes Halbjahr vor
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Künstlerverein Celle stellt Programm für erstes Halbjahr vor
12:16 18.01.2018
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Die Vorsitzende Gudrun Blanke-Hepper ist zwar nicht mehr die Jüngste, aber sie hat für die Zeit nach ihrer Vorstandstätigkeit vorgesorgt. Der erweiterte Vorstand ist so breit aufgestellt, dass sie guten Gewissens darüber nachdenken kann, in absehbarer Zeit aufzuhören. Sie hat bereits konkret Nachfolger aufgebaut, die dann übernehmen könnten. Und sie hofft inständig, dass diese dann auch wirklich die von ihr inzwischen als sehr angenehm empfundene Arbeit übernehmen werden.

Es ist natürlich nicht ganz wenig zu tun, wenn man acht bis zehn Veranstaltungen im Jahr organisieren will wovon sechs bis sieben Konzerte sein sollen. Vor allem, wenn diese Konzerte nicht irgendwelche 08-15-Programme bieten sollen. Solche sind beim Künstlerverein schon seit vielen Jahren die Ausnahme. In der ersten Hälfte des Jahres 2018 gibt es nur ein Konzert dieser Art, nämlich das Konzert des Noga-Quartetts am 24. April mit Werken von Beethoven und Brahms. Besonders ambitioniert ist es, wenn Blanke-Hepper einen Pianisten einlädt, dessen Spezialität eigentlich eher die Moderne ist, der aber in Celle nichts Geringeres als eines der anspruchsvollsten Klavierwerke überhaupt spielt: Bachs „Goldberg-Variationen“. Frank Gutschmidt spielt diese etwa eine Stunde lange Variationenfolge mit Suchtpotential am 25. Mai. Den Auftakt dieser Saison bildet am 16. Februar ein Programm mit dem Titel „Die Viola tanzt“ und Werken von Marin Marais über John Rutter bis zu Astor Piazzolla. Bella und David Kalinowsky versuchen sich an einer Synthese aus klassischen Klängen, jazzigen Tönen und ein wenig Weltmusik mit Tänzen vom frühen Schreittanz bis hin zu Paso Doble und Tango. Ganz anders dann der traditionelle Liederabend im Zyklus am 20. Juni mit Thomas Stimmel und der Fritz Schmidt-Enkelin Liese Klahn. Neben Eichendorff-Liedern von Robert Schumann gibt es Lieder von Felix Mendelssohn und einen neoromantischen bis nachexpressionistisch-jazzigen Songzyklus des 1932 geborenen Amerikaners Leslie Adams.

Ganz spannend dürfte es werden, wenn die Regisseurin Jasman Solfaghari über „Opernregie heute“ spricht und dabei nicht nur über die Frage nach unterschiedlichen Inszenierungsstilen redet sondern auch über den Entstehungsprozess einer Opernaufführung aus der Perspektive des Ausführenden. Dieser einzige Vortrag des Halbjahres findet am 14. März statt. Die angeführten Veranstaltungen des Künstlervereins beginnen immer um 19.30 Uhr. Ort des Geschehens ist der Beckmannsaal in der Magnusstraße 4,

Wenn am 15. August dann der Celler Komponist Thorsten Encke Claude Debussys Preludes musikalisch mit eigenen Stücken kommentiert, beginnt bereits die zwei Hälfte einer bemerkenswert interessant zusammengestellten Kultursaison des Künstlervereins.

Von Reinald Hanke

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