Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Celle Stadt Landwirt Walte Brase aus Beckedorf erinnert sich an Rekordtrockenheit von 1959
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Landwirt Walte Brase aus Beckedorf erinnert sich an Rekordtrockenheit von 1959
15:27 09.08.2018
Von Christoph Zimmer
Quelle: Christoph Zimmer
Anzeige
Celle Stadt

Auf einer Anbaufläche von zwei Hektar erntete er damals 280 Doppelzenter an Zuckerrüben. Auf einem Hektar waren es 200 Doppelzentner an Kartoffeln. „Normalerweise haben wir das Vierfache geerntet“, erinnert sich Brase. „Die Ernte war genauso früh zu Ende wie in diesem Jahr, also Ende Juni. Es gab aber kaum Ertrag damals.“ Eine klassische Beregnung, wie man sie heute kennt, gab es damals noch nicht so oft. „Wir haben zunächst gedacht, dass unser Boden gut ist und wir keine Beregnung brauchen“, sagt der Beckedorfer. „Nach diesem Sommer wussten wir, dass wir eine Beregnung brauchen, um gute Ernteerträge langfristig zu gewährleisten.“ Mit der Unterstützung einer Brunnenbaufirma und der Hilfe einer Wünschelrute wurde nach passenden Wasseradern gesucht. „Auf dem Örtzeniveau hat es dann geklappt mit dem Brunnenbau.“

Futter für seine Tiere gab es damals genug. „Das war aber nicht bei allen Bauern so“, erinnert sich Brase. Er hatte in den Jahren zuvor den nahegelegenen Hasselbach tiefer gegraben, um das dortige Moor zu entwässern. „Dazu haben wir die Schleusen rausgenommen und die Gräben, die zwischen meinen Feldern verliefen, zugeschüttet“, sagt Brase über die glückliche Fügung, wie sich in diesem historischen Sommer herausstellen sollte. „So hatten die Felder in diesem Bereich genug Wasser im Boden. Das Gras stand hoch und wir konnten es zweimal ernten.“

Anzeige

Auch im Herbst waren die Auswirkungen des heißen Sommers noch spürbar. Bei dem Versuch, die trockenen Felder zu pflügen, um Wintergerste im September zu drillen, kam Brase kaum in die Erde. „Der Boden war so hart. Was wir umgedreht haben, war trockener Boden.“ In seiner Unsicherheit versuchte er es mit einem Spruch aus der Bibel. „Wir müssen säen und ernten“, hat man damals gesagt. Und es klappte. Als der Regen kam, wuchsen gleich zwei Sorten des Getreides. Die schönste Erinnerung an den Juni 1959 hat aber mit der Landwirtschaft nur indirekt zu tun. Als eines von vier Kindern wurde in diesem Monat sein Sohn Walter geboren, der heute den elterlichen Hof betreibt. (chz)