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Celle Stadt Das steckt hinter Brotberg auf der Stechbahn
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Das steckt hinter Brotberg auf der Stechbahn
15:39 25.06.2019
Von Dagny Siebke
Esther Schweins steht auf einem 3,2 Tonnen schweren Brotberg und macht die Celler auf das Thema Lebensmittelverschwendung aufmerksam. Quelle: Dagny Siebke
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Celle

Ein riesiger Brotberg mitten auf der Stechbahn: Und oben drauf steht TV-Star Esther Schweins und schreit ins Megafon: "3,2 Tonnen Brot – diese Menge wird in einer Stadt von der Größe wie Celle an jedem Tag weggeworfen." Die Passanten bleiben stehen und können es kaum fassen. Über ihnen schwebt eine Drohne und fängt das ungewöhnliche Treiben ein. Schließlich dreht das NDR-Fernsehen-Team für ein neues Wissensformat.

Esther Schweins, Schauspielerin und Moderatorin der neuen NDR-Wissens-Sendung, in der es um Nachhaltigkeit geht, hat gestern Vormittag zwei Stunden lang mit Cellern gesprochen und Reaktionen eingefangen. Der Sendetermin der neuen Reihe steht noch nicht genau fest und ist für November geplant.

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"Den Leuten fehlt Verhältnis zu Lebensmitteln"

Peter Schmidt lebt seit 30 Jahren im Landkreis Celle und sagt vor laufenden Kameras: "Das Thema liegt mir am Herzen. Es ist unglaublich, wie viele Lebensmittel in Krankenhäusern und Pflegeheimen wegen der Hygienevorschriften weggeworfen werden." Wie es dazu kommen konnte? "Den Leuten geht es heute zu gut. Sie haben kein Verhältnis mehr zu Lebensmitteln", sagt der 77-Jährige. Er habe früher selbst Brot gebacken. Er empfiehlt, Backwaren nach Gewicht zu kaufen, je nachdem, wie viele Ballaststoffe drin sind. Zudem biete sein Bäcker des Vertrauens Brot vom Vortag zum halben Preis an. Was sich ändern müsse? Der Senior aus Wienhausen sagt: "Das Bewusstsein der Konsumenten muss sich ändern. Allerdings wird einem das nicht leicht gemacht, wenn es zig Sorten Brot gibt."

Esther Schweins fragt Schüler Viktor Türmer, wieso so viele Lebensmittel produziert werden? "Damit die Verkäufer genug Angebot für ihre Kunden im Regal haben." Wer daran etwas ändern könne? "Vielleicht wir, vielleicht aber auch die Politik", sagt der 18-Jährige. Er findet die NDR-Aktion gut: "Es ist die beste Möglichkeit, den Leuten vor Augen zu führen, wie viel sie am Tag wegwerfen." Gesetze würden da eher wenig bringen. "Es wäre schön, wenn noch mehr Lebensmittel gespendet oder recycelt werden würden."

Auch Umweltministerin und Manager interviewt

Esther Schweins' Fazit nach dem Drehtag in Celle: "Die Menschen sind nicht glücklich über die Zustände. Sie erwarten geradezu einen kollektiven Umschwung. Ich komme vom Kirchentag, wo unsere Umwelt beherrschendes Thema war und die Alten auf die Aktionen der Jungen stolz waren. Für die Sendung habe ich auch die Umweltministerin und Manager von Discountern interviewt. Die Politik appelliert lieber an die Konsumenten, damit die Wähler sich nicht zu sehr gegängelt fühlen."

Brote werden an Tiere verfüttert

Zur Herkunft des Brotberges erläutert NDR-Redakteurin Meike Neumann: "Uns hat ein Verwertungsunternehmen geholfen, das regelmäßig den Überschuss von Bäckereien und Supermärkten einsammelt. Die Brote und Brötchen haben nur einen Umweg gemacht und wurden auf die Stechbahn geschafft. Im Anschluss wird die Ware an Tiere verfüttert." Die NDR-Mitarbeiterin berichtet, dass es im Vorfeld nicht einfach gewesen sei, einen Ort für die Aktion zu finden. "Doch die Stadt Celle hat das Problem der Lebensmittelverschwendung erkannt und keine Angst vor Dreharbeiten."

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