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Celle Stadt Familien und Sportler gegen Hundehalter
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Familien und Sportler gegen Hundehalter
14:00 06.04.2019
Von Svenja Gajek
Viele Hundehalter behaupten, sie hätten ihre Tiere im Griff. Doch gerade für Familien können nicht angeleinte Hunde eine große Gefahr sein.  Quelle: Halinskyi Maksym
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Celle

Wo es erlaubt ist, werden Grünflächen in Städten von vielen Menschen mit unterschiedlichen Interessen genutzt. Konfliktsituationen sind dann häufig nicht zu vermeiden. In Celle ist dies nicht anders. Die CZ berichtet bereits seit einer Woche vom Umgang mit der Leinenpflicht. Es hat sich gezeigt, dass die Fronten bei diesem Thema ziemlich verhärtet sind. Einerseits wollen die Hundehalter ihren Tieren die größtmögliche Bewegungsfreiheit bieten, andererseits sind sie angehalten, auf die Natur und ihre Mitmenschen Rücksicht zu nehmen.

Kirsten Makenthun ist mit dem Leinenzwang in der Unteren Allerniederung nicht einverstanden. Quelle: Svenja Gajek

Das Naturschutzgebiet südwestlich von Klein Hehlen zum Beispiel wird verbotenerweise von einigen Leuten als Hundeauslauffläche genutzt. Dabei ist gerade jetzt während der Brut- und Setzzeit besondere Vorsicht beim Bewegen in der Natur gefordert, da brütende Vögel schnell aufgeschreckt werden. Die Eier kühlen dann aus und die Brut ist dahin, wie Rainer Brüsewitz vom NABU am Donnerstag in der CZ erklärte.

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Rainer Brüsewitz vom NABU weiß um die Gefahr für Vögel, die von freilaufenden Hunden ausgeht. Er appelliert an die Vernunft der Leute. Quelle: Svenja Gajek

Sportler geraten häufig mit freilaufenden Hunden aneinander

Doch was sagen andere Beteiligte zu diesem Thema? Die Dammaschwiesen sind ein Sammelpunkt ganz unterschiedlicher Benutzer. Fahrradfahrer kürzen den Weg vom Osten in die Altstadt über die Pfennigbrücke ab. Jogger nutzen die Wege für ihren Sport und Eltern gehen mit ihren Kindern spazieren. Immer wieder kommt es zu Reibereien, wenn unangeleinte Hunde auf diese Menschen treffen. Die Nordic Walking Gruppe vom Verein für Bewegungskunst trainiert regelmäßig an diesem Ort. Sie stört es, wenn sich Hundebesitzer nicht an die Vorgaben halten. "Wir können schon verstehen, wenn die Leute möglichst nah bei ihrer Wohnung ihre Hunde ausführen wollen", sagt ein Mitglied, "aber es gibt nun mal viele Menschen, die Angst vor diesen Tieren haben. Denen wird man mitten in der Stadt immer begegnen und das sollten die Halter bedenken". Die Mitglieder der Gruppe nähern sich Hunden möglichst nur, wenn diese angeleint sind.

Viele Nester seltener Vögel, die an den Ufern der Aller brüten, sind gut versteckt.  Quelle: Oliver Knoblich

Fahrradfahrer Ramon Müller hat selbst einen Vierbeiner. "Ich hab mal mit einer Dame Ärger gekriegt, die hier ihren kleinen Hund hat frei laufen lassen", erzählt er, "mein Hund ist mit ihrem aneinander geraten, obwohl meiner angeleint war. Mir scheint, ältere Leute halten sich weniger an die Leinenpflicht als jüngere."

Aufgeschreckte Tiere verlassen schnell ihre Nester. Wenn die Eier erkalten, ist die Brut dahin. Quelle: Christina Matthies

Kleine Kinder sind besonders gefährdet

Familie Meyer geht oft an den Wochenenden mit ihren Kindern spazieren. Tochter Julia ist fünf und Sohn Paul gerade zwei geworden. "Ich habe immer etwas Angst, wenn Labradore oder ähnlich große Rassen auf uns zu kommen", sagt Mutter Sandra, "man weiß nie, ob der Jagdinstinkt nicht doch mal durchkommt. Unsere Kinder verstehen noch nicht, wie gefährlich das sein kann und wie sie sich in einem solchen Fall verhalten sollen."

Bei Joggern besteht Sturzgefahr

Joggerin Franziska Dannert ist schon so manches Mal mit Hundehaltern aneinander geraten. "Ich wünschte, die Halter würden bedenken, dass ich beim Laufen hoch konzentriert bin. Wenn mir dann ein Hund zwischen die Beine rennt, ist ein Sturz ja kaum zu vermeiden."

Oliver Gatz 05.04.2019
05.04.2019