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Celle Stadt Mal melancholisch – mal beschwingt und heiter
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Mal melancholisch – mal beschwingt und heiter
10:52 07.08.2018
Das Duo „Folkadu“ bezauberte beim Sommerfest in der Celler Synagoge mit traditionellen und modernen Kompositionen. Quelle: David Borghoff
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Dass israelische Musik außer Klezmer noch viel mehr zu bieten hat, stellten „Folkadu“ gleich zu Beginn des gut eineinhalbstündigen Konzerts unter Beweis. In harmonischer Zweistimmigkeit brachte das Duo, das sich ganz dem Liedgut aus dem Heiligen Land verschrieben hat, das sephardische Liebeslied „Ets Harimon“ (Der Granatapfelbaum) zu Gehör – so sehnsuchtsvoll muteten Gesang, Akkordeon- und Trompetenklänge an, dass der ein oder andere Zuhörer im Innenraum der gut besuchten Synagoge tief berührt die Augen schloss.

Auf Hebräisch, Jiddisch und Ladino, der romanischen Sprache der sephardischen Juden, ging es weiter durch das abwechslungsreiche Programm: Mal melancholisch mit Balladen wie „Horshat Ha’Ecaliptus“ (Der Eukalyptus-Hain), mal wehmütig mit Liebesliedern wie „Avre Tu Puerta Cerrada“ (Öffne Deine verschlossene Tür) – und dann wieder beschwingt und heiter mit Naomi Shemers Klassiker „Od Lo Ahavti Dai“ (Ich habe noch nicht genug geliebt) oder dem fröhlichen Nonsens-Lied „Tschiribim Tschiribom“.

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Die launigen Intermezzi von Japha und Gat taten ein Übriges, um den Funken zwischen Musikern und Publikum endgültig überspringen zu lassen. Mit charmanten Anmoderationen gelang es „Folkadu“ immer wieder, den Zuhörern den Inhalt der einzelnen Stücke auch textlich nahezubringen – wie beispielsweise die bekannte Hymne „Yerushalayim Shel Zahav“ (Jerusalem aus Gold), eine musikalische Liebeserklärung an die Schönheit der Heiligen Stadt.

Mit einer temperamentvollen instrumentalen Version von „Hava Nagila“ verabschiedeten sich „Folkadu“ schließlich – nicht ohne vom begeistert klatschenden Publikum zu einer Zugabe aufgefordert worden zu sein. Japha und Gat ließen sich nicht lange bitten: Mit einem kleinen Augenzwinkern gab das Duo die hebräische Version von „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer?“ zum Besten – ein gelungener Abschluss eines gelungenen Sommerfestes.

Von Christina Matthies

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