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Celle Stadt Max Raabe als Mensch in Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Max Raabe als Mensch in Celle
13:22 19.01.2018
Von Andreas Babel
Am Donnerstag trat Max Raabe (links) mit dem Palast Orchester in der Celler Congress Union auf. Quelle: Oliver Knoblich
Celle

Max Raabe ist keine Maschine. Er ist ein Mensch aus Fleisch und Blut. Das ist die wesentliche Erkenntnis des Donnerstagabends in der Congress Union. Darauf musste das treue Celler Publikum lange warten: Der Sänger des Palast Orchesters wurde bei dem Lied „Du bist viel zu schön für einen Mann allein“ durch seine herumalbernden Instrumentalisten so aus dem Konzept gebracht, dass er lachend abbrechen und neu beginnen musste. Auch ein zweites Lied aus der neuen CD „Der perfekte Moment“ saß vom Text her noch nicht richtig – in der letzten Strophe von „Ich bin dein Mann“ stolperte Raabe ein wenig, doch das hat fast niemand gemerkt.

Nach drei nahezu perfekt durchgetakteten Celler Konzerten des Palast Orchesters in den vergangenen Jahren nahm das Publikum diese kleinen Fehltritte dem prominenten Sänger nicht übel. Am Ende verabschiedete das ausverkaufte Haus das Ensemble vielmehr mit sattem Applaus. Mit den in Zusammenarbeit mit Annette Humpe entstandenen neuen Liedern knüpft Raabe nahtlos an das Repertoire der 20er und 30er Jahre an, das im Mittelpunkt des Konzerts stand.

Der 55-jährige Bariton nahm sich oft zurück, um den begnadeten Instrumentalisten des Orchesters Raum zu geben. Manches Stück dominierten die Instrumente, manches aber auch die hingehauchten Töne aus dem Mund des Mannes, der seine Moderation oft wie ein Kabarettist gestaltete. Mal nahm er den Berliner Senat auf die Schippe („Man sollte ihn nicht alle sechs Jahre daran erinnern, dass er einen Flughafen bauen will.“). Dann wieder war es US-Präsident Donald Trump, der sein Fett abbekam: „Kann es sein, dass sich der mächtigste Mann der Welt nur durch seine ungewöhnliche Frisur im Amt hält?“

Und was waren das für Texte, damals in den Endzwanzigern? Ein Beispiel gefällig: In dem Lied „Amalie geht mit ’nem Gummikavalier ins Bad“ (1927) lautet der Refrain: „Und sie pustet, und sie bläst ihn auf geschwinde, an der Nordsee, Ostsee, Wannsee, Swinemünde“ – herrlich!

Am Ende rissen Raabe und seine elf männlichen Musiker das Publikum als Chor von den Sitzen. Nur einer blieb in der dritten Reihe sitzen: Ein zehnjähriger Junge war bei dem leisen Lied eingeschlafen und sein Vater musste ihn auf der Schulter aus der Stuhlreihe heraustragen. Die übrigen Besucher im Alter von geschätzt 7 bis 97 Jahren waren begeistert und werden noch lange von diesem Ereignis zehren.

Für Aufsehen gesorgt hat die jüngste Studie des Kriminologen Christian Pfeiffer. Ihm zufolge hat in Niedersachsen der Zuzug von Flüchtlingen zu einem signifikanten Anstieg der Gewalttaten geführt. Perspektivlose junge Männer sind laut Studie besonders häufig straffällig. Cellern fällt dazu sofort die jüngste blutige Attacke eines Afrikaners aus Guinea auf eine 21-Jährige auf der Bahnhofstraße ein. Er hatte die Frau Anfang Dezember lebensgefährlich verletzt, nachdem sie ihn hatte abblitzen lassen. Passt diese Tat ins Bild, das die Studie gezeichnet hat? Die Antwort für Celle ist differenziert: Der Einzelfall passt, die Gesamtsituation in Celle präsentiert sich jedoch anders als der von Pfeiffer ermittelte Landesdurchschnitt.

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