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Celle Stadt Maybebop in Celle: Und der Himmel voller Geigen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Maybebop in Celle: Und der Himmel voller Geigen
16:30 14.01.2018
Von Andreas Babel
Mit ihren Stimmen zaubern die vier a-cappella-Artisten vom Maybebop den Sound eines ganzen Orchesters auf die Bühne. Quelle: Michael Schäfer
Celle Stadt

Bevor der lang aufgeschossene Mann vor seiner Liebsten auf die Knie ging, bat er noch die Schwiegereltern um deren Okay. Bevor seine Bianca den Antrag überwältigt annahm, verkündete er noch, dass er den standesamtlichen Termin für die Heirat im Celler Schloss schon gebucht habe. Die geht am 26. Juli dieses Jahres über die Bühne. Das Datum werden die beiden sich gut merken können, denn die Braut hat an diesem Tag Geburtstag und der Bräutigam am Tag drauf.

Die vier Lausbuben von Maybebop überließen Jörg Engling gerne für zehn Minuten die Bühne, drehten danach aber furios auf, so dass das Publikum dem Quartett zum Schluss mit stehenden Ovationen huldigte. Maybebop präsentierte sämtliche 15 Titel ihrer neuen CD "Sistemfeler". Den meisten Applaus ernteten die Vier aber mit dem schon öfter in Celle dargebotenen Lied "Festung", das Bass Sebastian Schröder unnachahmlich düster präsentierte. Da lief vielen ein Schauer nach dem anderen über den Rücken.

Dass die Band trotz der in den vergangenen Jahren mehr als verdoppelten Eintrittspreise keineswegs auf Kommerz aus ist, wurde im Statement von Oliver Gies deutlich, als er erläuterte, dass vom Verkauf jeder CD (die kosten 15 Euro) 2 Euro an die Organisation "Viva con Agua" geht. Die will dafür sorgen, dass möglichst viele Menschen auf dieser einen Erde, "auf der wir gemeinsam leben", wie Gies sagte, Zugang zu Trinkwasser erhalten. Ein weiteres Zeichen setzen die Bandmitglieder, indem sie ausschließlich Leitungswasser aus Glasflaschen trinken, "um den ganzen Wahnsinn um die Plastikflaschen nicht mitzumachen".

Für einen Höhepunkt sorgte der Arrangeur und Songschreiber Gies, als er vom Publikum zugerufene Begriffe zu einem witzigen Lied auf die Bühne brachte: Bitcoin, Streifenhörnchen, Durchfall, Marsch, Blasenentzündung und rutschfeste Gummimatte inspirierten ihn zu einem Song über einen ungewöhnlichen Toilettengang.

Der charmante Countertenor Jan Bürger überzeugte wieder einmal mit seinen teils gehauchten, teils geschmetterten hohen Tönen, Lukas Teske drehte beim Beatboxen besonders auf, beim ironisch dargebrachten Gangsta-Rap gaben beide ganz besonders Gas. Beim Lied "Marschbefehl" kommt es der Gruppe darauf an, dass man nicht blind einem Kommando folgt, sondern sich fragt, wem man folgt. Schade, dass Maybebop erst im Oktober des kommenden Jahres wieder nach Celle kommt. Mit dem letzten Stück brachen die Vier mit dem a-cappella-Gesetz, nach dem keine Instrumente außer der Stimme zugelassen sind. Dazu wurde nämlich ein Playback der NDR Radiophilharmonie eingespielt. Und passend zu dem Titel "Ab und zu ein paar Geigen" legte Bianca Severloh den Kopf auf die Schulter ihres frisch Verlobten.

Wegen des Verdachts auf Kohlenmonoxidvergiftungen sind am vergangenen Wochenende in Bremerhaven 16 Gäste einer Shishabar ins Krankenhaus gebracht worden. Seitdem ist eine politische Diskussion entstanden über die Läden, in denen die besonders bei jungen Leuten beliebte arabische Wasserpfeife angeboten wird. Drei davon gibt es in Celle.

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