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Celle Stadt Mehrkosten
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Mehrkosten
14:52 13.06.2010
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Celle Stadt

„Zu Schwierigkeiten bei der Abrechnung von Festpreisverträgen kommt es immer dann, wenn sich das Volumen der bei Vertragsabschluss angenommenen Bauleistungen ändert“, erläutert Dr. Volker Witte, Fachanwalt für Bau- und Architekturrecht in Celle. Eigentlich sollte dies nur dann passieren, wenn nach Vertragsabschluss vom Bauherren selbst Nachforderungen gestellt werden. Witte betont jedoch, dass „beide Vertragsparteien bewusst ein Risiko bezüglich der Erfassung des Umfangs der Bauleistungen eingehen: Den Unternehmer trifft das Risiko von Materi­alpreiszuschlägen und Ähn­lichem und den Auftraggeber das Risiko, auch wenn sich Einsparungen des Unternehmers ergeben, den verein­barten Preis zahlen zu müssen.“

Erhöhen sich die Kosten der Baufirma, ist dies zunächst einmal kein Grund, Mehrkosten vom Bauherren einzufordern. Dies gelte nur dann nicht, so Witte, „wenn ein Festhalten an dem vereinbarten Preis einer Vertragspartei schlichtweg unzumutbar ist.“ Dies komme jedoch nur sehr selten vor.

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Wer als Bauherr vor einer Nachforderung steht, wird meist auch mit einer vernünftigen Begründung konfrontiert. Witte warnt allerdings, dass Bauherren Mehrkosten wirklich nur dann tragen sollten, wenn sie auf nachträglicher Auftragserweiterung seitens des Auftraggebers beruhen: „Es gilt der Grundsatz der Unabänderlichkeit von Pauschalpreisen.“

Um Nachforderungen zu vermeiden, sollten angehende Bauherren sich sorgfältig überlegen, was sie sich für ihr Projekt wirklich wünschen. Der Vertrag sollte das geforderte Endergebnis enthalten und Sonderwünsche bereits einzeln aufführen.

Witte rät, jeden Vertrag genau zu prüfen: „Fallstricke bei Pauschalfestpreisverträgen sind eigentlich daran zu

erkennen, wenn die Leistungsbeschreibung Positionen nicht enthält, die bei genauerem Nachdenken aber für den Leistungserfolg notwendig sind. Zudem ist jede Risikoabwälzung, zum Beispiel in Bezug auf die Gewährleistung, auf den Bauherrn mit Argwohn zu betrachten.“

Von Isabell Prophet