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Celle Stadt Mende: „Heute ist ein stolzer Tag für Celle“
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Mende: „Heute ist ein stolzer Tag für Celle“
14:09 13.06.2010
Orchideentaufe: Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann (links) mit Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (rechts), den Darstellerinnen Kathrin Ilgner (Zweite von links) und Friederike Michaelis sowie Orchideenzüchter Christian Wichmann. Quelle: Peter Müller
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Celle Stadt

Künftig trägt eine Orchidee den Namen der letzten Celler Herzogin Eléonore d’Olbreuse (1639–1722). Niedersachsens Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann nahm gestern persönlich die Taufe der Züchtung aus dem Celler Orchideenzentrum Wichmann vor. Die CDU-Politikerin kam anlässlich des ersten Eléonoren-Tages nach Celle.

Künftig soll der 12. April, der Hochzeitstag Eléonores mit Herzog Georg Wilhelm, mit verschiedenen Aktionen an die Hugenottin und ihren Einfluss auf die Hofkultur sowie die Stadt- und Residenzgeschichte erinnern. Im Rahmen der Feierstunde im Schloss mit rund 350 Gästen stellten die Celler Landfrauen ein eigens kreiertes Gebäck vor – die „Eléonoren-Locken“. Die Zutaten für die Kekse wurden bereits in der Barockzeit verwendet.

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Die Würdigung der Celler Adeligen d’Olbreuse erfolgt im Rahmen der Initiative Frauenorte des Landesfrauenrates. Sie hat das Ziel, das Leben und Wirken bedeutender niedersächsischer Frauen im gesellschaftlichen Bewusstsein zu verankern. Ross-Luttmann ist Schirmfrau der Initiative. Mit Celle wird sich die Zahl der Frauenorte in Niedersachsen in diesem Jahr auf 13 erhöhen.

„Frauen haben ihren festen Platz in der Historie“, sagte Ross-Luttmann. „Sie müssen auch die Bedeutung erfahren, die ihnen gebührt.“ Frauen, die historisch etwas bewegt hätten, dürften nicht in Vergessenheit geraten. „Ihre Leistungen sollen auch nach ihrem Tod von der Gesellschaft gewürdigt werden“, betonte die Ministerin. Sie dankte der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Celle, Brigitte Fischer, und dem Residenzmuseum für ihr Engagement. „Mit Eléonore d’Olbreuse haben Sie eine sehr gute Wahl getroffen.“

„Heute ist ein stolzer Tag für Celle, ein stolzer Tag für die Frauen in Celle und ein wichtiger Tag für die Menschen in Niedersachsen“, sagte Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD). Männer hätten über Jahrhunderte im Wesentlichen die Geschichte beschrieben und der Öffentlichkeit und den nachfolgenden Generationen gegenüber den Eindruck vermittelt, als ob auch nur sie die Geschichte geschrieben hätten. „Das ist aber falsch“, betonte der Oberbürgermeister.

Eléonore d’Olbreuse habe Einfluss genommen auf den Gedanken der Meinungsfreiheit, der Wohlfahrt und der Sorge um Verfolgte und Mittellose. „Ohne die Tatkraft und die Gedankenwelten der nach Celle übersiedelten Hugenotten hätte sich Celle ganz anders entwickelt. Ohne diese Ansiedlungspolitik, die Gewährleistung von Gedanken- und Religionsfreiheit wären bestimmte Denkprozesse bei uns nicht möglich gewesen oder erst sehr viel später zustande gekommen“, resümierte Mende.

Von CZ