Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Wenn das Geld für ein warmes Schulessen fehlt
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Wenn das Geld für ein warmes Schulessen fehlt
17:43 11.12.2018
Das Schicksal von Svenja Krüger und Familie steht exemplarisch für jene Fälle, in denen die CZ-Weihnachtsaktion „Mitmenschen in Not“ helfen will. Mit einer Spende auf das Konto des gemeinnützigen Vereins (IBAN DE38 2575 0001 0000 009910) bei der Sparkasse Celle können sie unbürokratisch helfen. Quelle: cz
Celle

Die achtjährige Anna steht im Pausenhof an einen Pfeiler gelehnt und beißt lustlos in ihr Schulbrot – wieder mit Lyoner belegt, wie meistens. Den „Nachtischkeks“ aus der Dose hat sie als erstes gegessen. Den packt ihre Mutter ihr zum Trost ein, weil „wir uns diese Woche das Mittagsangebot nicht leisten können“ – wieder nicht, denkt Anna (alle Namen wurden von der Redaktion geändert). Als ihre Freundin Sophie sie fragt, ob sie mit in den Speisesaal kommt, schüttelt sie den Kopf und sagt „keine Lust“, aber das ist gelogen.

Ihr ein Jahr jüngerer Bruder Tobi hat auch so eine Dose, die lässt er heute aber stecken. Fröhlich zieht er mit seinem „besten Kumpel“ Jonas in Richtung Essensausgabe. Jonas schafft meistens seine Portion nicht ganz und teilt sie hin und wieder mit seinem Freund.

Jüngstes Kind war bei Unfall zwei Jahre alt

Svenja Krüger ist Mutter von vier Kindern – und seit 13 Monaten Witwe. Ihr Mann ist an den Folgen eines Unfalls gestorben. Damals war ihre Jüngste gerade zwei Jahre alt. Die junge Familie war in die Nähe von Goslar gezogen, als der Familienvater eine feste Anstellung als Fahrer bei einer Spedition bekommen hatte – endlich, nach einigen Jahren mit immer wieder wechselnden Zeitverträgen.

Leicht war es nicht, mit dem dennoch beschränkten Lohn eine sechsköpfige Familie zu ernähren. Aber Svenja hatte Pläne, wollte, sobald die Jüngste im Kindergarten war, eine Weiterbildung machen und dann halbtags dazu verdienen. Doch es kam alles anders.

Von Goslar in Heimatstadt Celle zurück

Nachdem der Schock der ersten Wochen von der Notwendigkeit zu handeln abgelöst wurde, die Beerdigung und die Rechnungen vom Krankenhaus von den kleinen Rücklagen – gespart für ein paar neue Möbel und die Schulausstattung der Kinder – beglichen worden waren, hatte die 31-Jährige entschieden, wieder zurück in ihre Heimatstadt Celle zu ziehen . „Wir wohnten ja nur drei Jahre dort in dem kleinen Dorf. Vieles war noch fremd und kompliziert. In Celle hoffte ich, alte Verbindungen wieder aktivieren und die kurzen Wege und Chancen einer Stadt nutzen zu können", erzählt Svenja Krüger.

Tatsächlich kam sie über alte Freunde ihrer in der Zwischenzeit ebenfalls verstorbenen Eltern an eine kleine, bezahlbare Dreieinhalb-Zimmer-Wohnung. Viel hatte sie nicht einzupacken. Die meisten Möbel waren vom Sperrmüll und hätten den Umzug nicht überlebt, also ließ sie, was zu marode war, zurück.

Zur Überbrückung sprangen gute Bekannte ein

In Celle machte Svenja Krüger sich sofort auf die Suche nach einer Verdienstmöglichkeit. Zu Beginn waren das unterschiedliche Aushilfejobs, denn einen Krippenplatz für die Jüngste konnte sie sich nicht leisten. In der ersten Zeit lebte die Familie noch von der nicht allzu großen Summe der Versicherung, aber die war schnell aufgebraucht. Zur Überbrückung gaben gute Bekannte der vierfachen Mutter ein zinsloses Darlehen. „Sie haben selbst nicht viel, und ich konnte es nicht ablehnen. Aber das sind Ehrenschulden, die mir auf der Seele liegen und die ich möglichst schnell zurückzahlen möchte“, sagt Svenja Krüger.

Schließlich blieb ihr doch der Weg zur Behörde nicht erspart, für eine Weile musste sie Unterstützung für Wohngeld und Lebensunterhalt beantragen und in Anspruch nehmen. Seit ihre Jüngste mit drei Jahren den Kindergarten besucht – wie ihr älterer Bruder – arbeitet die Alleinerziehende so viel wie möglich als Verkäuferin. Eisern wird gespart, denn die Kinder brauchen so einiges – zum Beispiel Ersatz für Kleidung aus dem Sozialkaufhaus, die zu klein geworden ist und Schulsachen.

Ein Schicksal von vielen Notfällen

Eine warme Mahlzeit in der Schule, die extra kostet – und das vier Mal – gehört nicht dazu. „Sie haben ja zu essen und meistens koche ich abends warm“, betont Svenja Krüger. Auf der Dringlichkeitsliste stehen ganz oben Bettgestelle für die beiden Großen.

Das Schicksal von Svenja Krüger und Familie steht exemplarisch für jene Fälle, in denen die CZ-Weihnachtsaktion „Mitmenschen in Not“ helfen will. Mit einer Spende auf das Konto des gemeinnützigen Vereins (IBAN DE38 2575 0001 0000 009910) bei der Sparkasse Celle können sie unbürokratisch helfen.

Von Doris Hennies

Nach der gelungenen Premiere im vergangenen Jahr fand eine Neuauflage von AhaBoLa, dem Tag der Ortsteile Altenhagen , Bostel und Lachtehausen, statt.

11.12.2018
Celle Stadt Neues von Ulrich Frassl - Als Schiffsjunge im Polarmeer

Autor Ulrich Frassl hat sich für ein paar Tage auf Rømø aufgehalten. Die Geschichte des Schiffsjungen Anders List ging ihm nicht mehr aus dem Kopf.

Dagny Siebke 11.12.2018

„Ganz einfache Wunder“ ist das Thema des diesjährigen Gottesdienstes, das die Botschaft der Weihnachtsgeschichte in heutige Zeit weitertragen soll.

Dagny Siebke 11.12.2018