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Celle Stadt NPD schickt vorbestraften Direktkandidaten ins Rennen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt NPD schickt vorbestraften Direktkandidaten ins Rennen
15:21 13.06.2010
Manfred Börm Quelle: Fremdfotos / Texte Eingesandt
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„Unsere Partei und auch meine Person sind durchaus Realisten“, sagt der Bauunternehmer aus Handorf bei Lüneburg. „Wir wissen natürlich, dass ein Direktmandat nicht erreichbar ist. Wir wollen Präsenz zeigen und dem Bürger signalisieren, dass wir bereit sind, für ein politisches Mandat zu kämpfen.“ Es gehe bei seiner Direktkandidatur in erster Linie darum zu zeigen, dass die NPD flächendeckend antreten kann. Wohl aus diesem Grund wird die NPD in Celle auf Wahlkampfveranstaltungen verzichten.

Von einem Scheinwahlkampf könne deswegen aber keine Rede sein. „Sozial geht nur National“ sei die Kernaussage mit der die Partei und damit auch Börm auf Stimmenfang gehen will. Börm: „Wir sind der klaren Auffassung, dass die soziale Komponente in der Politik nur durch die NPD vertreten wird. Alle anderen Parteien haben auch in dieser Richtung versagt und große Teile unseres Volkes verarmen lassen.“

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Seit 1998 engagiert sich Börm in der Partei und stieg rasch bis in den Landes- und Bundesvorstand auf. Zudem leitet er den NPD-eigenen „Ordnungsdienst“. Eine bewegte Vergangenheit mit diversen Anzeigen und Ermittlungsverfahren hat er vorzuweisen. Ende der 1970er Jahre war Börm an einem Überfall auf ein Biwak von NATO-Truppen in Bergen-Hohne beteiligt und wurde dafür 1979 zu sieben Jahren Haft verurteilt. Zuletzt machte der Bundestagskandidat von sich Reden, als ihm im Februar Gesine Heinrich, die ehemalige Vorsitzende des NPD-Verbandes Marzahn-Hellersdorf, Erpressung vorwarf. Angeblich, so Heinrich, habe Börm sie durch die Drohung, pornografische Bilder von ihr zu veröffentlichen, zum Rücktritt von allen Parteiämtern gezwungen. Börm bestritt damals alle Vorwürfe.

Probleme für seinen Wahlkampf sieht er wegen seiner Vita nicht. „Politische Aktivitäten im nationalen Bereich werden vom heute herrschenden System kriminalisiert“, so Börm. „Ich persönlich habe mir nichts vorzuwerfen und subjektive Angriffe von den Massenmedien bin ich und sind wir gewohnt. Ich werde unbeirrt meine politische Aufgabe erfüllen, letztendlich für die soziale Gemeinschaft, für mein Volk. Ich glaube daher auch, dass mir durch meine bewegte Vergangenheit keine speziellen Nachteile entstehen. Nachteile und Verfolgung hat jeder in Deutschland zu erdulden, der sich für sein Volk und seine Heimat einsetzt.“

NPD-Kandidat Manfred Börm will aber politisch überzeugen.

Von Björn Schlüter