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Celle Stadt Happy End für ungeliebte Hunde aus Unterlüß
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Happy End für ungeliebte Hunde aus Unterlüß
09:41 16.04.2019
Von Christian Link
Von wegen Kampfhund: Der zwei Jahre alte Staffordshire Bullterrier „Luna“ ist sehr verspielt und lässt sich auch von Fremden gerne streicheln. Sie wartet im Celler Tierheim auf ein neues Herrchen oder Frauchen. Quelle: Christian Link
Celle

Dieser Fall von Tierquälerei hat Ende Januar hohe Wellen geschlagen: Bei einer gerichtlich angeordneten Hausdurchsuchung entdeckten Polizei und Veterinäramt in Unterlüß einen regelrechten Tierfriedhof. Neben den mindestens zehn Kadavern, die in Plastiksäcken auf dem Grundstück versteckt waren, befanden sich außerdem zehn ausgemergelte Hunde in dem Einfamilienhaus. Die Rettung kam gerade noch rechtzeitig, lange hätten die Vierbeiner ihr Martyrium nicht mehr ausgehalten. Für die ehemaligen Tierhalter aus Unterlüß fängt der Ärger dagegen jetzt erst richtig an.

"Die Tiere sind dort verhungert und verdurstet, die Haltungsbedingungen waren katastrophal", sagt Annette Fischer, eine der beiden Leiterinnen des Celler Tierheims. Zehn Hunde kamen in ihre Obhut, bei den meisten Tieren handelt es sich um Pitbull-Terrier. Mittlerweile leben die Tiere wieder richtig auf und können auf ein glückliches Hundeleben hoffen. Fünf Terrier sind bereits an neue Halter vermittelt worden, zwei sind reserviert. Ein Rüde kehrte zu seinem "Originalbesitzer" zurück. Warum der Hund zwischenzeitlich bei dem Paar in Unterlüß war, ist unklar. "Wir haben sehr sorgfältig darauf geachtet, dass ihnen nicht das gleiche Schicksal nochmal widerfährt", sagt Fischer.

Fellfarbe der Welpen zunächst klar

Unter den verwahrlosten Hunden waren auch vier Welpen, die in besonders schlechtem Zustand ins Tierheim gebracht wurden. "Wir haben erst nach dem Waschen herausgefunden, welche Fellfarbe sie eigentlich haben", berichtet Fischer. Voll und ganz hätten sich die Kleinen immer noch nicht erholt. "Bis sich die Muskulatur aufbaut, wird es noch dauern. Wenn die in so einem kleinen Pferch gehalten werden wie in diesem Fall, ist da nämlich gar nichts da", sagt die Tierpflegerin. Hinweise darauf, dass die Hunde körperlich misshandelt wurden, habe es nicht gegeben.

Die schrecklichen Zustände am östlichen Ortsrand von Unterlüß waren durch einen Tipp aus der Nachbarschaft aufgeflogen. Zuvor hatte das Veterinäramt bei mehreren Kontrollen nie etwas Auffälliges feststellen können. Laut dem Leiter der Celler Veterinärverwaltung, Michael Cordeli, habe schon seit einem Jahr ein Tierhaltungsverbot gegen das Paar bestanden.

Staatsanwaltschaft übernimmt Fall

Das Veterinäramt hat seine Untersuchungen jetzt abgeschlossen. Wie Landkreissprecher Tore Harmening auf CZ-Anfrage erklärt, ist ab sofort die Staatsanwaltschaft Lüneburg für den Fall zuständig. Um den Ermittlern nicht vorzugreifen, wollte die Celler Behörde keine weiteren Details nennen. Wie viele Tierkadaver gefunden wurden, ist weiterhin unklar. Die Obduktionsergebnisse der toten Hunde wurden ebenfalls noch nicht öffentlich gemacht.

Das Paar aus Unterlüß wird sich wegen mehrerer Verstöße gegen das Tierschutzgesetz verantworten müssen. Neben einer Geldstrafe droht den beiden Hundehaltern auch eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren.

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