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Nach Tod des 15-jährigen Cellers Arkan: Beschuldigter soll in Psychiatrie

10:12 11.08.2020
Von Klaus Frieling
Viele Menschen haben an dem Ort in der Bahnhofstraße, an dem der 15-jährige Arkan zusammengebrochen ist, Blumen niedergelegt und Grablichter aufgestellt.  Quelle: Benjamin Behrens
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Celle

Nach dem tödlichen Messerangriff auf den 15-jährigen Arkan in Celle vom vergangenen April könnte der Beschuldigte dauerhaft in einer psychiatrischen Klinik untergebracht werden. Einen entsprechenden Antrag auf Durchführung eines Sicherungsverfahrens hat die Staatsanwaltschaft Lüneburg beim Schwurgericht des Landgerichts Lüneburg gestellt, wie Oberstaatsanwalt Lars Janßen am Dienstag sagte. Die Anklagebehörde gehe von Totschlag aus.

Psychose wegen Drogenkonsum

Nach den psychiatrischen Gutachten sei zur Tatzeit bei dem 30-Jährigen von einer erheblich eingeschränkten oder sogar einer aufgehobenen Steuerungsfähigkeit aufgrund einer psychotischen Störung im Zusammenhang mit Drogenkonsum auszugehen. Dabei bestehe die Gefahr erneuter gewalttätiger Übergriffe, meinte Janßen. Per Gutachten seien Cannabis-, Amphetamin- und Kokainkonsum nachgewiesen worden.

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Kein ausländerfeindliches Motiv

«Ein ausländerfeindliches oder rechtsextremes Motiv, das der Beschuldigte bestreitet, konnte nach den Ermittlungen nicht festgestellt werden», sagte Janßen. Die Untersuchungen des persönlichen Umfelds des Beschuldigten und die Auswertung seiner Social Media Accounts hätten dafür keine Anhaltspunkte ergeben.

Junge mit Messer tödlich verletzt

Am 7. April war der 15-Jährige mit dem Rad auf der Bahnhofstraße in Celle gefahren. Zeugen zufolge hatte sich der Angreifer in einem Hauseingang aufgehalten und den Jugendlichen plötzlich angegriffen. Arkan K. war mit schwersten Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden und dort gestorben. Das Opfer ist ein jesidischer Kurde, der mit seiner Familie 2014 aus dem Nordirak nach Celle geflüchtet war.

Beschuldigter gestand Tat

Der Beschuldigte hat die Tat nach früheren Angaben der Staatsanwaltschaft gestanden. Er habe ausgesagt, nach dem Verlust seines Arbeitsplatzes vermehrt Drogen genommen zu haben, sagte Janßen im April. Der Mann habe sich verfolgt gefühlt, daher habe er ein Messer dabei gehabt, als er den Jugendlichen traf. Er habe einen Schub bekommen und zugestochen, das Opfer habe er nicht gekannt. Mehrere Gruppierungen, darunter jesidische Vereine, hatten der Staatsanwaltschaft zuvor vorgeworfen, einem möglichen rassistischen Motiv nicht ausreichend nachgegangen zu sein.

Vorwürfe gegen Staatsanwaltschaft

Mehrere Gruppierungen, darunter ezidische Vereine, hatten der Staatsanwaltschaft zuvor vorgeworfen, einem möglichen rassistischen Motiv nicht ausreichend nachgegangen zu sein. „Zeit online“ hatte berichtet, der Beschuldigte sei bei Facebook Seiten gefolgt, die Inhalte der seit 2017 im Internet kursierenden QAnon-Ideologie, auf die sich bereits der Attentäter von Hanau bezog, verbreiten. Auch der Innenausschuss des Niedersächsischen Landtages befasste sich daraufhin mit dem Verbrechen.

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