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Celle Stadt Neue Arbeiten am Alten Rathaus
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Neue Arbeiten am Alten Rathaus
13:18 13.06.2010
Von Michael Ende
Frische Putz-Schäden am Alten Rathaus werden bis Mitte Juni repariert Quelle: Peter Müller
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Celle Stadt

Der Frühling ist da, und Celles Gastronomen stellen Stühle und Tische auf die Straße. Das hatte gestern auch Jörg Grund, Betreiber des Historischen Ratskellers im Alten Celler Rathaus vor. Morgens lieferte ein Lastwagen das neue Mobiliar an, das Grund eigens zu diesem Zweck geordert hatte. Mittags türmten sich die Kartons immer noch vor dem Ratskeller-Eingang. Denn noch ein zweiter LKW war eingetroffen: Der mit den Bauarbeitern, die die eben erst sanierte Fassade des Alten Rathauses sanieren sollen. Sie stellten Bauzäune auf. Und Jörg Grund hat schon wieder keinen Grund, Tische und Stühle nach draußen zu stellen.

Als der Wirt vor zwölf Jahren den Ratskeller übernahm, dachte er, an eine der besten Adressen der Altstadt gelangt zu sein. Das mit der Adresse stimmt schon – nur ausgezahlt hat es sich nicht: „Fast sieben Jahre lang hatten wir hier mit kurzen Unterbrechungen Baustelle, und jetzt geht es schon wieder los“, ärgert sich Grund, der eigens für die Außengastronomie in der Saison, in der er sich wieder aus dem Untergrund zurück ans Tageslicht melden wollte, zusätzliches Personal eingestellt hat.

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„2004 bis Ende 2006 wurde hier die Straße gemacht, dann war 2007, 2008 und 2009 die Fassade dran – und jetzt muss man schon wieder an der Fassade rumdoktern. Das ist doch der Hammer“, so Grund. Dabei habe er schon kurz vor der offiziellen „Einweihung“ der renovierten Fassade mit ihren angeblich ausgeklügelten Spezial-Putzschichten gesagt: „Das kommt alles wieder runter.“ Teilweise hat er damit Recht: Im Sockelbereich besonders am Nordgiebel platzt Putz ab. Grüne Algen-Kolonien auf dem Material zeigen an, dass hier Feuchtigkeit aus dem Boden ins Mauerwerk aufgesogen wird. „Und keiner der Verantwortlichen gibt zu, dass hier Mist gebaut wurde und Steuergelder verbrannt werden.“

1,98 Millionen Euro hatte die Rettung der Fassade gekostet, nachdem sich die Illusionsmalereien großflächig abgelöst hatten. Es gehe jetzt lediglich um „Ergänzungsarbeiten“ heißt es auf Nachfrage aus dem Neuen Rathaus. Die seien nötig, weil man „aus denkmalpflegerischen und optischen Gründen auf einen Wasser abweisenden Sockel verzichtet“ habe. Der neue Spezialputz solle „Feuchtigkeit aufzunehmen, um das Mauerwerk zu schützen.“ Und weil er Feuchtigkeit aufnimmt, fällt der Putz nun herunter. Wieviel Geld die jetzt angelaufenen Arbeiten kosten, konnte die Stadtverwaltung gestern nicht beziffern. Jörg Grund hatte die Verwaltung per Email mitgeteilt, dass die Arbeiten in die nächste Runde gehen. Er schüttelt mit dem Kopf: „Was hier passiert, ist nicht zu verstehen. Vielleicht sollte sich unser Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende das mal ansehen.“