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Celle Stadt Syrischer Flüchtling eröffnet Imbiss
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Syrischer Flüchtling eröffnet Imbiss
17:34 17.12.2018
Der kleine Laden in der Bahnhofstraße gibt Apaje und seiner Familie wieder Hoffnung. Quelle: Lothar H. Bluhm
Celle Stadt

„Ich hatte eine Firma und war Chef. In Aleppo war ich selbstständig. Und nun bin ich nach fast drei Jahren auch hier in Celle selbstständig“, beschreibt Mustafa Apaje seine jetzige Situation. „Das war sehr schwer in Aleppo: Das Haus wurde zerstört, meine Firma ist kaputt.“ Dabei hatte er sich bis 2012 in der syrischen Stadt eine Großhandelsfirma in der Kosmetikbranche aufgebaut, hatte fünf Auslieferungswagen angemeldet und elf Mitarbeiter beschäftigt. „Alles weg!“, klagt er verzweifelt.

Flucht aus Aleppo

Der Syrer Mustafa Apaje entschloss sich, mit seiner Familie zu fliehen, das Land zu verlassen, denn rund 70 Prozent der Stadt sind zerstört. An Schlepper zahlte er rund 3000 Dollar pro Person für die Fluchthilfe über das Meer. Das war vor drei Jahren.

Schwierige Startbedingungen

Hier in Celle gehörte er mit seiner Familie zu den ersten Flüchtlingen, die im Camp Scheuen untergebracht wurden. Jetzt wohnen Mustafa, seine Frau Alaa Nabulsi und die Kinder Achmed (10), Toka (7) und Jana (4) in Hohne. „Wir fühlen uns hier sehr wohl, es ist schön ruhig hier. Das ist gut für die Kinder“, sagt er. Die Leute in Hohne seien sehr nett. „Wir haben eine gute Nachbarschaft.“ Seit über einem Jahr versucht die Familie trotzdem, nach Celle zu ziehen. Bis heute hat es nicht geklappt. „Es sind immer wieder die gleichen Gründe. Entweder wollen die Vermieter keine Flüchtlinge oder sie wollen niemand, der kein festes eigenes Einkommen hat", erzählt Apaje. Es sei eine große Belastung für dir Familie. „Wenn wir in Celle wohnen könnten, wäre alles viel einfacher.“ Die Familie hat einen Aufenthaltstitel bis Februar 2019. „Ich denke, dass die Verlängerung kein Problem ist“, hofft der 43-Jährige.

Frische syrische Speisen

Denn seit Juni 2018 hat er in der Celler Bahnhofstraße einen kleinen Imbiss, "Falafel Cellena", mit syrischer Speisekarte. Dort bietet er Falafel, ein Kichererbsengericht mit Bohnen, Zwiebeln und Knoblauch, an. Oder ein aleppisches Gemüseomelett, Sudschuk, Hummus und Toschka. Wer das Gericht „Marine“ bestellt, kann erleben, wie alles ganz frisch zubereitet wird: gehacktes Lammfleisch, kleingeschnittene Tomaten, Knoblauch, Zwiebeln und Paprika. Gewürze kommen dazu und dann wird alles ordentlich vermischt. Jeden Morgen bereitet Apaje den Falafelteig frisch zu.

Nur wenig Unterstützung

„Das war ganz schwer“, beschreibt er die zahlreichen Behördengänge und die Auflagen, die er für seinen kleinen Imbiss erfüllen musste. Obwohl er mit der Sprachlehrerin Conny Schendler eine wertvolle Hilfe an der Seite hatte, die sich um vieles kümmert, vermisst er weitere Trainings und Unterstützung. „Conny ist wie eine Schwester für uns. Sie ist immer für uns da. Aber der Anfang war sehr schwer und wir gehen Schritt für Schritt.“

Laden als einmalige Chance

Er absolvierte Integrationskurse und Sprachkurse zum B 2-Level. Beim Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft nahm er an einer sechsmonatigen Maßnahme mit einem längeren Praktikum im Einzelhandel teil. Das Bildungswerk unterstützt Arbeitsuchende mit Migrationshintergrund dabei, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. In Förderkursen erweitern die Teilnehmer ihre Deutschkenntnisse und sammeln Praxiserfahrung. „Da habe ich gehört, dass dieser Laden zu mieten war. Das hat mich sofort begeistert, denn ein Kühlschrank ist vorhanden, ein Grill, eine Fritteuse und eine große Arbeitsplatte.“

Entfernung nach Hohne ist ein Problem

Zu Beginn half seine Frau Alaa mit, aber jetzt ist sie bei den Kindern in Hohne. Gerne möchte sie in Zukunft auch mitarbeiten. Aber das ist aufgrund der Entfernung nach Hohne schwer möglich.

Rückkehr ist keine Option

Zurück nach Syrien will Mustafa Apaje nicht. „Die Sicherheitslage in Syrien ist weiterhin sehr schlecht“, sagt er. Es sei immer noch Krieg. „Niemand ist dort sicher und wir möchten für unsere Kinder eine gute Ausbildung.“ Mustafa und Alaa wünschen sich sehr, dass sie ihre Familien bald wiedersehen können. „Wir vermissen sie und unsere Heimat sehr.“

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Von Lothar H. Bluhm

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