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Celle Stadt Celler Seniorentreff ist noch eine One-Man-Show
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Seniorentreff ist noch eine One-Man-Show
16:39 07.10.2019
Im Nachbarschaftstreff Capito findet zweimal im Monat jetzt auch ein Seniorentreff statt. Quelle: Picasa
Heese

Der neue "Seniorentreff 60 plus" soll „alte Menschen vor Einsamkeit und Isolation bewahren“, sagt Veranstalter Günter Schulz. Die Treffen finden jeden ersten und dritten Samstag im Monat von 16 bis 19 Uhr im Stadtteiltreff Capito statt, Hattendorffstraße 1.

Dabei setzt Schulz auf die gemeinsame Beteiligung und Organisation der Veranstaltungen. „Bringen Sie sich aktiv in die Planungen ein“, rief er den fast 60 anwesenden Senioren am Samstag zu. „Zeigen Sie keine falsche Bescheidenheit und verlassen Sie so oft wie möglich die Position des stillen Zuhörers.“

Günter Schulz ist eigentlich Gastronom. Jetzt hat er aber auch noch einen Seniorentreff ins Leben gerufen.

Schulz macht alles allein

Bisher lässt die Unterstützung jedoch noch auf sich warten. „Momentan ist es eine One-Man-Show“, sagt Schulz. Das komplette Programm für das nächste Halbjahr hat er selbst entwickelt. Werbung und Organisation des ersten Treffens wickelte er allein ab, sogar den Kuchen bezahlte er selbst. Der stellvertretende Bürgermeister des Stadtteils Neustadt/Heese Wulf Bätjen zeigt sich empört: „Es darf nicht sein, dass jemand für sein soziales Engagement noch privat aus der Tasche zahlen muss“, sagt er und bekundet Unterstützung an.

Günter Schulz hat an seinem früheren Wohnort bereits gute Erfahrungen mit einem von ihm organisierten Singletreff gemacht, bei dem nach eigenen Angaben mehr als 800 Singles kamen. In Celle will der berufliche Gastronom nun klein anfangen und Senioren soziale Kontakte und persönliche Begegnungen ermöglichen. Dafür hat er knapp 1.200 Euro aus eigener Tasche in den Seniorentreff gesteckt. Immerhin die Café-Miete wurde ihm vom Vorsitzenden des Fördervereins für das erste halbe Jahr erlassen. „Ich hoffe, dass von irgendeiner öffentlichen Seite mal etwas Unterstützung kommt“, sagt Schulz, bisher sei ihm jede Hilfe von Seiten der Behörden verwehrt worden.

Mehr als nur der Bekanntenkreis

Die Resonanz der Anwesenden ist gemischt: „Hier kommt man schnell mit anderen Menschen ins Gespräch, viel schneller und gezielter als zum Beispiel im Bus“, sagt Wolfang Haegele. Der Slogan „Nicht einsam, sondern gemeinsam“ habe ihn aufmerksam gemacht, sagt Edmund Cieslik, man säße allerdings zum Schluss doch nur wieder mit seinem Bekanntenkreis am Tisch. Einen erzwungenen Platztausch fände er sinnvoll. Kritischer äußert sich eine andere Besucherin: „Das Konzept ist doch zum Scheitern verurteilt“, sagt sie. „Er bezahlt alles aus eigener Tasche, das ist doch ein Unding. Wir kommen, um uns auszutauschen, und nicht, um uns noch mit anderen Problemen zu beschäftigen.“

Von Tim Ruben Weimer

Informationen

Im vorläufigen Programm sind unter anderem ein Vortrag über Diabetes, ein Akkordeonkonzert und eine Harzrundfahrt geplant. Gesucht werden dafür jedoch noch Sponsoren und ehrenamtliche Helfer. Interessierte können sich bei Günter Schulz unter 0173-7115715 oder seni0rentreff@freenet.de (mit einer Null statt einem O) melden.

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