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Celle Stadt Neuer Stern am Celler Kulturhimmel
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Neuer Stern am Celler Kulturhimmel
14:43 13.06.2010
Salonorchester Die Himmlischen Quelle: Peter Bierschwale
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Celle Stadt

Damit hatten die zwölf Musiker überhaupt nicht gerechnet: Beim ersten Konzert des „Celler Salonkonzert“ waren schon eine halbe Stunde vor Konzertbeginn sämtliche Sitzplätze im Celler Beckmann-Saal besetzt. Wer dann noch kam, musste stehen. Fast 300 Zuhörer erlebten ein schwungvolles und abwechslungsreiches Spaß-Konzert mit Musik der 20er und 30er Jahre, die bei den älteren Gästen Jugenderinnerungen weckte, aber wegen ihrer Swing- und Jazz-Anteile auch das jüngere Publikum mitriss.

Wie ein neues Orchester bei seiner Premiere beim Publikum ankommen wird, lässt sich selten abschätzen, und dann noch bei „alter“ Film- und Schlagermusik. Doch Max Raabe oder das Celler Duo „Pour L’Amour“ haben gezeigt, dass diese Musik ihr Publikum hat. Aber der überraschend große Publikumsandrang hatte sicher auch etwas mit der Anerkennung und dem Bekanntheitsgrad der Musiker zu tun, den sie schon in anderen Formationen erworben haben.

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„Wir machen Musik“, Titelmusik des gleichnamigen deutschen Revuefilms, bildete den Auftakt, aber auch den Abschluss dieses Konzertabends in den Zugaben am Schluss. So hätte auch der Titel des Abends lauten können, denn die Freude an diesen Liedern teilten die Musiker mit dem Publikum. Technisch ist diese Musik nicht immer so einfach zu spielen, wie es ihre Leichtigkeit vermuten lässt, aber die „nicht ganz untalentierten Musiker aus der Provinz“, so Egon Ziesmann in seiner charmanten Moderation ironisch, hatten alles im Griff und konnten sich auf den Ausdruck konzentrieren.

Das Celler Salonorchester bot in dem Konzert eine Hitliste der alten Schlager mit Titeln wie „Oh Donna Clara“, „Das war in Schöneberg“ oder „Veronika, der Lenz ist da!“. Instrumente wie Arrangements passten ausgezeichnet zu den Stücken: Die beiden Saxophone (Petra Hinz, Egon Ziesmann) dominierten, auch Trompete (Dietrich Ackermann) und Posaune (Andreas Frey) hatten wunderbare Passagen. Diese vier Blechbläser, Martin Pfister (Klarinette) und Jörg Roßmann am Schlagzeug bildeten das klangliche Zentrum des Orchesters. Das klang volltönend, aber ein wenig leid konnten einem die übrigen Musiker tun, die außer bei ihren Soli höchstens als Klangfacette zu erahnen waren, so etwa die Geige (Sabine Andrae) oder die Querflöte (Britta Ziesmann). Aber das sind Probleme, die sich technisch lösen lassen werden.

Einige Stücke sang Ziesmann bezaubernd im „Schelllackplatten-Stil“ und mit rollendem „R“. Hier und da fehlte, wie er selbst bemerkte, eine weibliche Gesangsstimme, aber wie man hört, könnte sich das noch ändern. Das Celler Publikum darf auf weitere Konzerte des Salonorchesters gespannt sein.

Von Peter Bierschwale