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Celle Stadt Neues Gesicht für Altbekanntes
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Neues Gesicht für Altbekanntes
15:33 13.06.2010
Bernhard Vogel präsentiert seine jüngsten Arbeiten in der Galerie Halbach, darunter Städtepanoramen in Mischtechnik wie die Ansicht von London. Quelle: Peter Müller
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Celle Stadt

Bernhard Vogel bewegt Celle. Im doppelten Sinne. Bei der Vernissage drängten sich die Besucher in die Galerie Halbach und standen in Zweierreihen vor den Bildern. Der Künstler und Leiter von Malreisen lockte Fans aus ganz Deutschland zu der Eröffnung. Vogel, mittlerweile zum siebten Mal Gast von Galeristin Ute Halbach-Meinecke und seit 25 Jahren als Maler tätig, hatte Aquarelle und Mixed-Media-Arbeiten der vergangenen 16 Monate im Gepäck.

Bewegung herrscht auch in seinen Werken. Der Salzburger Künstler schafft eine ganz eigene Dynamik, indem er, wie bei seinem persönlichen Lieblingsmotiv Celle, feine Schlieren durch das Bild zieht. Sie verknüpfen Fassaden und Gassen, bilden ein Spinnennetz, halten den Blick gefangen und vernetzen das Wechselspiel aus Flächen, Farben, Formen und Linien. Ob eine Dächerlandschaft vom Stadtkirchenturm aus skizziert, der Blick auf den Kleinen und Großen Plan oder auf das Schloss – x-mal Gesehenes erhält auf diese Weise ein vollkommen neues Gesicht, das den Betrachter geheimnisvoll anlächelt. Die vierte Dimension: Atmosphäre und Licht rücken in den Vordergrund.

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Ausgangsmotiv und Komposition legt Vogel fest. Der Rest ist Kür, genauer: Kreativität. „Malerei ist für mich ein Fallenlassen. Das Motiv wird nebensächlich, der Prozess ist entscheidend“, erläutert der Künstler. Angekommen in Venedig, Rügen, London, in der Toskana oder eben in Celle, macht sich Vogel ans Werk und weiß nie, wohin ihn die künstlerische Reise führt. Der Maler drückt es anders aus: „Komplexe Stadtansichten sind etwas Wunderbares für mich, weil ich mich mit vielen Pinselspuren fantasievoll austoben kann.“

Dies wird besonders in seinen vielschichtig gearbeiteten Mixed-Media-Bildern deutlich. Vogel spricht von Collagen. Aquarell- und Zeichenstift, Acryl, eingestreute Pigmente, aufgeklebte Wellpappe erobern den Malgrund.

Auch farblich leitet das Bild den Künstler. Ausgehend von eher ruhigen Erdtönen sowie Weiß und Blau setzt Vogel Akzente in Rot und Rosa. Dadurch steigert sich die Farbintensität und wandeln sich bei eher tristem Wetter Gemaltes in Stimmungsvolles. Bei aller Experimentierfreude bleibt eines stets unverkennbar: Vogels Handschrift. Sie ist über die Jahre noch ausgeprägter und schwungvoller geworden.

●Öffnungszeiten: Die Ausstellung läuft bis 31. Dezember in der Galerie Halbach, Großer Plan 14, geöffnet montags, 11 bis 18.30 Uhr, dienstags, mittwochs und freitags, 10 bis 18.30 Uhr, sowie sonnabends, 10 bis 16 Uhr.

Von Silja Weißer