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Niedersachsen korrigiert Besuchsverbote

18:29 04.04.2020
Von Benjamin Behrens
Der Erlass hätte den Besuch engster Familienangehöriger, Lebenspartner und Kranker in den eigenen vier Wänden stark eingeschränkt. Quelle: Ingo Wagner
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Celle

Das niedersächsische Gesundheitsministerium hat innerhalb eines Tages eine zuvor erlassene Verordnung wieder eingezogen. Am Freitag war eine neue Verordnung über die Beschränkung sozialer Kontakte zur Eindämmung der Corona-Pandemie veröffentlicht worden. Diese Verordnung enthält beispielsweise die Neuregelung, dass Bau- und Gartenmärkte jetzt doch geöffnet haben können.

Über das Ziel hinausgeschossen

"In einem Punkt schießt die Verordnung jedoch über das Ziel hinaus und muss korrigiert werden: Aus dem Verordnungstext kann man herauslesen, dass in Niedersachsen fortan auch Besuche zwischen engsten Familienangehörigen (Eltern und Kindern) nur in sehr wenigen Konstellationen erlaubt seien", wie die Behörde am Samstag mitteilte. Der Erlass hätte auch für das gegenseitige Besuchen engster Freunde gegolten. Auch der Kontakt in der eigenen Wohnung oder dem eigenen Grundstück wäre demnach auf die Angehörigen des eigenen Haushalts beschränkt gewesen.

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Ausgenommen von dem drastischen Besuchsverbot wäre demnach nur noch der Besuch von Partner oder Partnerin, Alten, Erkrankten oder mit Menschen mit Einschränkung, die außerhalb von Betreuungseinrichtungen leben, gewesen.

Verordnung wird "zeitnah" korrigiert

"Auch wenn in der Tat die physischen Kontakte zu anderen Menschen, die nicht zu den Angehörigen des eigenen Hausstandes gehören, auf ein absolut nötiges Minimum reduziert werden sollten, um eine Infektion mit dem Coronavirus zu verhindern, ist die gestern veröffentlichte Regelung zu weitgehend", sagte Ministeriumssprecher Oliver Grimm am Samstag.

Die Verordnung werde zeitnah geändert, Besuche im engsten Familienkreis und unter Paaren oder engen Freunden seien weiter zulässig. Verboten bleiben Feierlichkeiten, wie etwa Grill-Abende oder Partys, sowohl auf dem eigenen Grundstück, wie in den eigenen Räumen.

"Nichtsdestotrotz bitten wir die Menschen in Niedersachsen sehr herzlich, ihre direkten physischen Kontakte so weit wie irgend möglich zu reduzieren. Es bleibt dabei: Die Corona-Pandemie ist außerordentlich ernst zu nehmen und es muss uns gelingen, die Zahl der Neuinfektionen zu verringern. Deshalb halten Sie bitte weiter Abstand voneinander", betont Grimm.

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