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Celle Stadt Nigge macht Jubiläumsjahr zum Wahlkampfthema
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Nigge macht Jubiläumsjahr zum Wahlkampfthema
18:05 21.07.2016
Von Gunther Meinrenken
Jubiläumsjahr als Wahlkampfthema
Celle Stadt

Nigge wirft dem Neuen Rathaus vor, zu wenig personelle und finanzielle Kapazitäten freizustellen, um die große Chance, die das Jubiläumsjahr für Celle biete, zu ergreifen. Für einen Fehler hält Nigge auch, die Jubiläumsfeierlichkeiten auf einen kurzen Zeitraum um Pfingsten 2017 herum zu begrenzen.

Der Rundumschlag Nigges geht noch weiter. „Stadtfeierlichkeiten eignen sich natürlich immer für den Tourismus. Daher sollte zum jetzigen Zeitpunkt das Konzept der Feierlichkeiten schon längst stehen, der Öffentlichkeit bekannt sein und auch überregional beworben werden. Das dies noch nicht geschehen ist, ist nur schwer nachvollziehbar bei der Wichtigkeit der Jubiläen", stellt er fest. Außerdem sollte man sich Gedanken machen, "wen man noch alles als Zielgruppen in die Jubiläen mit einbeziehen kann. Lokale Vereine, Institutionen und interessierte Celler sehe ich dabei als wichtigen Faktor an, aber natürlich auch überregionale Institutionen", so Nigge.

Der CDU-Oberbürgermeister-Kandidat behauptet in diesem Zusammenhang, "dass einige engagierte Bürger, Institutionen und Vereine bereits mit Kopfschütteln zur Kenntnis nehmen mussten, dass ihre Ideen, Vorstöße und Hilfsangebote kaum Gehör gefunden hätten." Es liege eine Stimmung der Antriebs- und Mutlosigkeit in der Luft "und ich kann nur hoffen, dass endlich jemand zum Wohle der Stadt mutig die Zügel in die Hand nimmt und das nächste Jahr zu einem Erfolgsjahr für Celle macht", sagt Nigge, der damit sich selbst meinen dürfte, falls er die Oberbürgermeisterwahl im September gewinnen sollte.

Die Planungen für das Jubiläumsjahr liegen in der Hand von Kulturdezernentin Susanne McDowell. Die Kritik von Nigge kann sie nicht nachvollziehen. "Es ärgert mich sehr, wenn in Bezug auf unsere unerschöpflichen Jubiläumsaktivitäten von Untätigkeit gesprochen wird", so McDowell, denn bereits 2013 habe man mit einer ersten Planungsrunde begonnen.

"Wir sind breit aufgestellt. Entsprechend werden nicht nur die Tage rund um Pfingsten, sondern das gesamte Jahr 2017 von den Jubiläen geprägt sein", sagt McDowell. Alle Veranstaltungen seien bereits angeschoben worden, das Programm stehe und werde auch bereits in den Punkten beworben, die sich jetzt schon anböten.

Ganz und gar nicht verstehen kann die Kulturdezernentin die Behauptung von Nigge, dass Ideen und Hilfsangebote aus der Bevölkerung kaum Gehör gefunden hätten. "„Eingebunden sind Vereine, Verbände, Institutionen, Wirtschaft, Stadtmarketing, kurz: alle, die sich mit den Jubiläen verbunden fühlen, ihre Ideen und Wünsche einbringen möchten. Abgewiesen wurde bei uns niemand“, betont McDowell. Die Bevölkerung werde an vielen Stellen, etwa beim "Tag der Vereine" eingebunden. Medienkontakte bestünden etwa bereits zum NDR und erstmals würden die "Vespa World Days" nach Deutschland kommen und zwar nach Celle.

Allein für die Planungen zum Stadtjubiläum habe der Rat übrigens 90.000 Euro bewilligt. "Das Bomann-Museum wird 2017 in Kooperation mit dem Kirchenkreis Celle die größte und aufwändigste Ausstellungsserie seiner Geschichte präsentieren. Unter dem Obertitel „Zeichen setzen. 500 Jahre Reformation in Celle“ werden mit einem Gesamtetat von 600.000 Euro vier große Präsentationen gezeigt. Nur 40.000 Euro davon trägt die Stadt Celle. Für den großen Rest ist es der Museumsleitung gelungen, Fördermittel einzuwerben", so McDowell, die in Anspielung auf Nigge feststellt: "Was nützt ein Retter, wenn gar keine Not herrscht."