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Celle Stadt Noch ein Renner im Malersaal?
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Noch ein Renner im Malersaal?
18:00 14.09.2018
Effektvoll gemachte Bühnendiskussion: Tanja Kübler und Thomas Wenzel im Stück „Das Original“. Quelle: Hubertus Blume
Celle

„Das Original“, so lautet der Titel des nun erstmals im Malersaal des Celler Schlosstheaters gespielten amerikanischen Theaterstücks von Stephen Sachs. Es dreht sich um ein Bild von einem genauso umstrittenen wie teuer zu bezahlenden Maler, wenn es sich denn beweisen ließe, dass dieses Bild auch wirklich ein Original ist. Dass dieses Bild nicht von einem erfundenen Maler ist, sondern von einem Künstler, der seinerzeit und bis heute umstritten war und ist, Jackson Pollock, das gibt der effektvoll gemachten Bühnendiskussion über die Frage was original bedeuten kann und was nicht, eine Verankerung in der Realität. Und sie wird in diesem Zweipersonenstück zu einem manchmal etwas an den Haaren herbeigezogenen, zumeist aber gekonnten Schlagabtausch zwischen derjenigen, die das umstrittene Gemälde für 3 Dollar auf dem Trödel gekauft hat und demjenigen, der das gute Stück begutachten soll, um Klarheit zu erhalten, ob das Bild nun original ist oder nicht.

Maude, die Besitzerin des Bildes, lebt im sozialen Randgebiet einer Großstadt. Die Züge rauschen ganz nah vorbei, die griffigen Hunde der Nachbarn laufen frei herum und belästigen eventuell eintreffende Gäste. Die gibt es hier aber sowieso kaum, weshalb der extra aus New York einfliegende Experte wie ein Fremdkörper in einer anderen Welt wirkt. Hier das soziale Elend Maudes verbunden mit einer Aufrichtigkeit, die beeindruckt, aber auch einer überlebenswichtigen Schlitzohrigkeit. Dort der weltmännische, zur Selbstgefälligkeit neigende Gutachter, der im Auftrag einer Stiftung das Bild in Augenschein nimmt und dabei immer die Rolle eines über alle Zweifel erhabenen Fachmanns zu spielen versucht. Die Betonung liegt dabei auf dem Wörtchen „versucht“. Denn schon früh wird in der Darstellung Thomas Wenzels klar, dass an der äußeren Attitüde etwas nicht stimmt. Im Verlauf des Abends stellt sich heraus, dass es in der Biografie dieses Fachmanns Brüche gibt, die keineswegs kleiner sind als die Brüche im Leben der Maude. Nur dass diese nicht das Glück hatte, finanziell aufgefangen zu werden. Darum lebt sie eben wie sie lebt. Und hat sich damit auch arrangiert. Tanja Kübler spielt das über weite Strecken vorzüglich. Während sie am Anfang noch etwas zu grell agiert, wird ihr Spiel schon bald äußerst facettenreich und glaubwürdig. Da nimmt man hier dann sogar ab, wenn sie die Präsentation des Bildes geradezu zelebriert. Aber Thomas Wenzel ist ihr auch ein zumeist ebenbürtiger Bühnenpartner. Ihm gelingt zwar eine Szene, in der er sich in ein extremes Pathos steigern soll, nicht so, dass man ihm das abnehmen würde, aber trotzdem schafft er es durch den damit erreichten Exodus der Figur, dieser ab diesem Moment eine neue Dimension an Glaubwürdigkeit zu geben, die den ganzen Abend trägt. Das hat Format.

Zu verdanken ist das Gelingen dieser Aufführung sicher in einem hohen Maße auch dem jungen Regisseur Sebastian Richter, der ein gutes Gespür für das hat, was sowohl für die Umsetzung des Stückes förderlich und für die Schauspieler machbar ist. Und der dabei die Tiefendimension des Stückes nicht unterschlägt und damit der sehr kurzweiligen Aufführung ein besonderes Gepräge gibt. Ein mit wenigen Abstrichen sehr gelungener Abend.

Von Reinald Hanke

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