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Celle Stadt Nur alte Rohre und Starkstromkabel – Evakuierung bleibt Cellern erspart
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Nur alte Rohre und Starkstromkabel – Evakuierung bleibt Cellern erspart
14:02 13.06.2010
Von Gunther Meinrenken
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Celle Stadt

Es war zwar nicht die im Vorfeld scherzhaft vermutete Badewanne, sondern nur alter Metallschrott und Kabelreste, aber das war den Verantwortlichen in der Einsatzzentrale letztlich egal, als sie am Sonnabendnachmittag die für gestern angesetzte und lange geplante Evakuierung von 9000 Cellern wieder abblasen konnten. Um 13.30 Uhr wurde Entwarnung gegeben, nachdem feststand, dass es sich bei den Verdachtsflächen am Celler Bahnhof doch nicht um Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg handelt.

Bereits um 9.45 Uhr war der erste Fund, der sich in zwei Metern Tiefe direkt unter der Fahrradauffahrt zum Bahnhofs-Parkhaus befand, freigelegt worden. Hier stießen die Mitarbeiter der Kampfmittelbergung Schollenberger auf alte Starkstromkabel der Deutschen Bahn, „die leider in keinem Plan verzeichnet waren“, wie Einsatzleiter Roland Freitag mitteilte.

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Anschließend machten sich die Kampfmittelexperten an dem zweiten Fundort zu schaffen, der sich direkt zwischen den Bahnsteigen 3 und 4 in 4,50 Meter Tiefe unter den Gleisen befand. Im Vorfeld war Sprengmeister Ralf Reisener vom Kampfmittelbeseitigungsdienst der Zentralen Polizeidirektion Hannover noch davon ausgegangen, dass die Wahrscheinlichkeit für einen Blindgänger hier ungleich höher läge. Am Ende stieß man lediglich auf alte Rohre. „Zwei davon haben wir entfernt, das dritte haben wir nicht herausbekommen, weil es quer durchs Erdreich lief“, meinte der Sprengmeister, der schneller als ursprünglich geplant seinen Einsatz beenden konnte. „Wir sind im beim Freilegen der Funde sehr gut vorwärts gekommen, weil entgegen unserer Vermutungen hier kein Metallschrott im Wege lag“, so Reisener. Bei einem früheren Einsatz im Celler Bahnhofsbereich war dies der Fall gewesen.

In der Feuerwehrhauptwache, wo schon einmal die Einsatzzentrale für eine eventuelle Evakuierung eingerichtet worden war, zeigte sich Stadtrat Stephan Kassel erleichtert über den Fehlalarm. „Ich bin froh, Entwarnung geben zu können. Ich danke allen Bürgern für ihr Verständnis und den zahlreichen Helfern für ihr Engagement, die gute Zusammenarbeit und ihre Bereitschaft, uns bei einer eventuellen Evakuierung helfen zu wollen“, erklärte er bei der kurzfristig einberufenen Pressekonferenz.

Nach den Worten von Kassel könne man die zurückliegenden Wochen nun „als gute Übung unter Ernstfallbedingungen betrachten“. Jetzt werde man mit allen Beteiligten noch einmal die Organisation der Evakuierung genau analysieren, um Rückschlüsse für künftige Ereignisse zu gewinnen. „Dazu nehmen wir uns etwas Zeit, so etwas will ich nicht im Schnellverfahren abhandeln“, sagte der Stadtrat.