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Oberlandesgericht Celle: Urteil gegen Fußballer für Foul rechtskräftig

12:18 19.06.2020
Symbolfoto Quelle: Patrick Seeger
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Celle

Das Oberlandesgericht Celle habe die gegen das Landgerichtsurteil vom vergangenen November gerichtete Revision des Verurteilten verworfen, teilte das Landgericht Hannover am Donnerstag mit. Die 6. kleine Strafkammer hatte den Spieler am 28. November 2019 wegen grob regelwidrigen Foulspiels zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je 40,00 Euro verurteilt.

Bei einem Spiel zweier Kreisklassenteams beging der Mann in der 80. Spielminute ein «Frustfoul», weil seine Mannschaft mit 1:5 hinten lag und sich vom Schiedsrichter benachteiligt fühlte. Der Verurteilte verfolgte seinen Gegenspieler, der sich auf Höhe der Mittellinie den Ball weit vorgelegt hatte und traf ihn mit ausgestrecktem Bein am Unterschenkel. Den Ball spielte er nicht.

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Entscheidend sei vor allem die Frage gewesen, ob der Spieler eine Verletzung seines Gegenspielers billigend in Kauf genommen hatte. Wie schon das Amtsgericht hatte die Berufungskammer diese Frage bejaht. Wegen der Härte des Einsteigens habe er zudem damit rechnen müssen, den Gegenspieler potenziell schwer zu verletzen. Das Opfer der Attacke erlitt einen Durchbruch des linken Waden- und Schienbeins, wurde vier Tage lang im Krankenhaus behandelt und war acht Wochen arbeitsunfähig.

Die Kammer hatte den Angaben zufolge darauf hingewiesen, dass es sich um eine Einzelfallentscheidung handelt. Damit sei keinesfalls eine Kriminalisierung des Breitensports oder des körperbetonten Spiels in der Kreisklasse verbunden. Der Verurteilte gilt damit als vorbestraft.

Von Dpa

Oliver Gatz 19.06.2020
Jürgen Poestges 19.06.2020
Christoph Zimmer 19.06.2020